«Standort des Kongresszentrums ist irrelevant»

Seit bald drei Monaten ist Martin Sturzenegger neuer Direktor von Zürich Tourismus. Im Interview spricht er über das geplante Kongresszentrum, die Eigenheiten von chinesischen Touristen und die umstrittene Zürcher Gastfreundschaft.

Martin Sturzenegger ist in einer turbulenten Zeit angetreten. Der 40jährige ehemalige Marketingchef der Rhätischen Bahn ist bei Zürich Tourismus Nachfolger von Marlis Ackermann. Sie hat ihren Posten nach nicht einmal anderthalb Jahren wegen der massiven Kritik an ihrem Führungsstil geräumt. Sturzenegger betont aber, er habe einen gut geführten und organisierten Laden übernommen.

Als erstes grosses Projekt will er die Kampagne mit dem umstrittenen Slogan «World Class. Swiss Made.» weiterführen: «Für Ende Jahr ist die weltweite Nachfolgekampagne geplant.» Nun müsse es darum gehen, den Slogan mit Leben und Ideen zu füllen.

Kongresszentrum: Standort sekundär

Zur aktuellen Diskussion um den Standort des neuen Kongresszentrums der Stadt Zürich hat Martin Sturzenegger eine klare Meinung: «Ich finde es problematisch, wie im Moment die Diskussion geführt wird. Man diskutiert über ein Haus und über einen Standort. Dabei sollte man diskutieren, wo wir als Kongressstadt in zehn oder zwanzig Jahren stehen wollen.»

Martin Sturzenegger (40), ist in Zürich geboren und aufgewachsen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Thalwil.

Bildlegende: Martin Sturzenegger (40), ist in Zürich geboren und aufgewachsen. Er lebt mit seiner Familie in Thalwil. SRF

Gemäss Sturzenegger ist es irrelevant, ob das neue Kongresszentrum beim See, auf dem Geroldareal im Kreis 5 oder auf dem Carparkplatz am Hauptbahnhof gebaut wird. Die Stadt müsse nun mit allen Beteiligten zusammensitzen und ein langfristiges Ziel definieren.

Schlechte Gastfreundschaft ist ein Gerücht

Angesprochen auf den Vorwurf, in Zürich sei die Gastfreundschaft nicht so gut, meint Martin Sturzenegger: «Das ist ein Gerücht. Zürich hat ein sehr hohes Serviceniveau - das zeigen auch Reiseportale wie Tripadvisor.» Zürich müsse sich nicht hinter anderen Weltstädten verstecken.