Stefanini-Kinder erhöhen Druck auf Stiftungsrat

Die Fehde geht in eine nächste Runde: Die Tochter des Winterthurer Immobilienunternehmers und Kunstsammlers Bruno Stefanini hat Strafanzeige eingereicht. Sie wirft der Stiftung, welche die Kunstschätze verwaltet, unter anderem Sachbeschädigung und Veruntreuung vor. Der Stiftungsrat wehrt sich.

Bettina Stefanini, die Tochter des Kunstsammlers Bruno Stefanini, vor Werken, die ihrem Vater gehören im Kunstmuseum Bern.

Bildlegende: Die Vorwürfe der Stefanini-Tochter gegen die Stiftung sind happig. ZVG

Die Anzeige richtet sich gegen den Stiftungsratspräsidenten und drei weitere Mitglieder des Stiftungsrats. Das teilte Eberhard Zangger mit, der Kommunikationsberater von Bettina Stefanini. Die Anzeige sei am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland eingereicht worden.

Kinder sollen ausgeschlossen werden

Hintergrund der Klage ist ein Streit zwischen den Stiftungsräten und den Kindern des 90-jährigen Bruno Stefanini. Der Winterthurer Immobilienunternehmer gründete 1980 die Stiftung Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), um seine Kunstsammlung darin zu verwalten.

Stefaninis Tochter wirft den Stiftungsräten zudem vor, sie hätten an einer kurzfristig einberufenen Sitzung die Stiftungsurkunde ändern wollen. Als Folge davon hätten die Kinder keinen Anspruch mehr gehabt auf seine Nachfolge.

Stiftungsrat weist Vorwürfe zurück

Der Stiftungsrat hat sich am Donnerstagabend in einer schriftlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen geäussert. Er weist darin sämtliche Vorwürfe allesamt zurück. So habe sich etwa der Stiftungsrat nie gegen die Einsitznahme von Tochter Bettina Stefanini gewehrt. Einer allfälligen Untersuchung sehe man deshalb zuversichtlich entgegen.

Man bedauere aber, dass es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung gekommen sei und biete weiterhin Hand zu einem friedlichen Dialog, schreibt die SKKG. Der Wille des Stifters Bruno Stefanini stehe über allen Interessen. Dazu gehöre auch, dass die Stiftung in eine zeitgemässe Organisation überführt werde. Die SKKG gibt aber zu, dass sie sich in einer schwierigen Phase des Generationenwechsels befinde.