Steinzeit-Wald in Zürcher Baugrube entdeckt

Bauarbeiter machten bei der Binz unterhalb des Uetlibergs einen Fund, der weltweit einmalig ist. Die Kiefern aus der Steinzeit speichern DNA, die Aufschluss geben kann über das Klima und die Luftzusammensetzung in der Vergangenheit.

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Steinzeitwald in Zürcher Baugrube entdeckt

2:34 min, aus Schweiz aktuell vom 21.5.2013

Bauarbeiter haben unterhalb des Uetlibergs in Zürich aus dem Schlamm einen Kiefernwald aus der Steinzeit hervorgebaggert. Die Bäume sind bis zu 14'000 Jahre alt - 2000 Jahre älter als das älteste bisher in Europa eindeutig datierte Holz, wie die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mitteilte.

Die Kiefern sind damit die ersten nachgewiesenen Bäume, die nach der letzten Eiszeit aus dem Mittelmeerraum wieder eingewandert sind. Sie waren einige hundert Jahre alt und gut 30 Meter hoch, als Schlamm und Geröll vom damals kahlen Uetliberg sie zudeckte.

Das Holz der rund 200 Bäume ist zwischen 13'000 und 14'000 Jahren alt.

Bildlegende: Das Holz der rund 200 Bäume ist zwischen 13'000 und 14'000 Jahren alt. ZVG WSL (Gottardo Pestalozzi)

«Weltweit einmalig»

Qualität und Dimensionen des Fundes sind nach Aussagen der beteiligten Forscher «weltweit einmalig». Die Jahrringe alter Bäume seien ein präzises Archiv für die Umweltbedingungen vergangener Zeiten.

Die Baumstümpfe speichern Informationen über Temperaturen und Niederschläge, aber auch Waldbrände, Stürme oder Erdbeben.

Schon 1999 war beim Aushub des Uetliberg-Autobahntunnels  sogenanntes subfossiles Holz gefunden worden. Damit werden nicht-versteinerte Organismen aus prähistorischer Zeit bezeichnet.