Strafanzeige gegen «König vom Zürcher Industriequartier»

Ungetreue Geschäftsführung und Nötigung - so lauten die Vorwürfe des Kirchenrats gegen Helmuth Werner, Präsident des Quartiervereins und der Kirchgemeinde Industriequartier. Der als «König vom Industriequartier» bekannte Werner wurde per sofort als Kirchgemeindepräsident abgesetzt.

Helmuth Werner hat vor allem als Präsident des Quartiervereins Zürich 5-Industrie eine gewisse Bekanntheit erlangt. In jüngster Zeit hat er sich vehement gegen das geplante Bundes-Asylzentrum in Zürich West gewehrt.

Mit diesem Engagement habe das Verfahren gegen ihn aber nichts zu tun, betont der Sprecher des reformierten Kirchenrates, Nicolas Mori. Die Exekutive der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich hat gegen Werner eine Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsführung und Nötigung eingereicht. Sie wirft Werner eine «unhaltbare Personalführung» und «deutliche Kompetenzüberschreitungen» in seiner Funktion als Präsident der Kirchgemeinde Industriequartier vor und hat auch ein Administrativverfahren eingeleitet.

Nicht das erste Verfahren

Es ist nicht das erste Mal, dass Werner und der Kirchenrat aneinander geraten. Schon 2011 wurde ein Administrativverfahren gegen die Kirchenpflege der Kirchgemeinde Industriequartier eröffnet. Darin ging es unter anderem um die Amtsführung der Kirchenpflege und das Rechnungswesen.

Im Rahmen dieser Untersuchung seien neue Vorwürfe aufgetaucht, die sich direkt gegen den Präsidenten der Kirchenpflege richteten. Dies habe den Kirchenrat zum Handeln gezwungen, sagte Kirchenratssprecher Nicolas Mori gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Helmuth Werner war für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar.