Unfall Strecke Chur-Zürich Strecke während Stunden unterbrochen

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Die Bilder des Unfalls auf der Schiene in Horgen (ZH)

0:39 min, vom 12.5.2017

Eine Zürcher S-Bahn ist am Freitagvormittag in Horgen mit einem Lastwagen kollidiert. Der Lastwagen hatte sich auf einem Bahnübergang befunden.

«  Der Lastwagenfahrer hat mit der Flucht aus dem LKW genau richtig gehandelt. »

Ralph Hirt
Sprecher der Kantonspolizei Zürich

Der Chauffeur war aus noch ungeklärten Gründen auf dem Bahnübergang zwischen den Schranken stecken geblieben, schildert Ralph Hirt von der Kantonspolizei Zürich den Unfallhergang. Er und sein Beifahrer konnten aber noch vor dem Zusammenstoss mit der S-Bahn das Fahrzeug verlassen. Sie hätten sich genau richtig verhalten, sagt Ralph Hirt. Beide erlitten einen Schock und wurden zur Kontrolle ins Spital gebracht. Der Lokomotivführer und die S-Bahnpassagiere blieben unverletzt.

«  Beide Gleise müssen gereinigt werden, die Sicherheit geht vor. »

Oli Dischoe
Mediensprecher der SBB

Der Sachschaden wird als gross bezeichnet. Der Lastwagen war mit Getränkeharassen beladen, viele kaputte Flaschen lagen auf dem Bahntrassee. Ausserdem musste die SBB beide Gleise abschleifen, weil sie durch den Unfall verunreinigt wurden.

Zugpassagiere in Richtung Chur brauchen viel Geduld

Wegen des Unfalls war die Strecke zwischen Horgen und Au (ZH) bis am Abend für den Bahnverkehr unterbrochen. Mehrere Fernverkehrszüge – insbesondere zwischen Chur und Zürich – fielen aus oder wurden umgeleitet. Auch der S-Bahnverkehr war am linken Zürichsee-Ufer eingeschränkt.

Ursprünglich sollte der Unterbruch nur bis 16 Uhr dauern. Nach mehreren Verschiebungen teilte die SBB dann um 20.45 Uhr mit, dass die Störung nun behoben sei. Bis 22 Uhr mussten die Passagiere aber noch mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

Sicherheitssystem an Barrieren

Wäre der Lastwagen nicht zwischen den Bahnschranken stehen geblieben sondern unter einer der Barrieren, wäre der Unfall wohl verhindert worden. Denn wenn eine Schranke nicht vollständig schliessen kann, verhindert ein Sicherheitssystem, dass der Zug grünes Licht für die Durchfahrt erhält. Ob der Unfall tatsächlich hätte verhindert werden können, darüber will die SBB jedoch nicht spekulieren. Sie will die Untersuchungsergebnisse abwarten.