Streit um Manor: Mietgericht rüffelt Swiss Life

Das Mietgericht hat dem Warenhaus Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse teilweise Recht gegeben. Es hat die Hausbesitzerin Swiss Life dazu verpflichtet, eine neue Offerte für einen Mietvertrag vorzulegen. Swiss Life will das Urteil weiterziehen.

Ein Eingang der Manor-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Bildlegende: Die prestigeträchtige Manor-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse - das Warenhaus hat einen Teilsieg errungen. Keystone

Seit über einem Jahr liegen sich die Warenhauskette Manor und der Lebens-versicherer Swiss Life in den Haaren - letzterem gehört die Manor-Liegenschaft an der Zürcher Bahnhofstrasse. Swiss Life will das Gebäude umnutzen. Manor betreibt die Filiale seit dreissig Jahren und will am Standort festhalten.

Der Streit zwischen beiden Parteien entzündete sich am Mietvertrag. Dieser lief Ende Januar 2014 aus. Er gibt Manor allerdings die Möglichkeit, die Mietdauer um fünf Jahre zu verlängern. Swiss Life verlangte dafür aber einen dreimal höheren Mietzins als bisher, was die Manor-Kette nicht akzeptieren wollte. Swiss Life zog den Fall vor Mietgericht.

19 Millionen Franken Miete laut Gericht zu hoch

Dieses hat der Warenhausgruppe nun «in wesentlichen Punkten» Recht gegeben, wie Manor am Montag mitteilte. Das Mietgericht hat Swiss Life klar gemacht, dass die 19-Millionen-Offerte zu hoch war und dass ein tieferes Angebot auf den Tisch müsse. Abgewiesen wurden hingegen die Anträge von Manor, das angebaute Nörr-Haus in den Mietvertrag einzubeziehen sowie die Forderung, die Höhe des Mietzinses sei vom Gericht festzulegen.

Swiss Life hat angekündigt, das Urteil vor Obergericht anzufechten. Man habe Manor bereits eine Offerte unterbreitet, «die den Wert der Liegenschaft reflektiert und marktüblichen Konditionen für einen derart lukrativen Standort entspricht», heisst es in einer Mitteilung. Unverändert bleibe, so Swiss Life, «dass das Mietverhältnis unter allen Umständen im Jahr 2019 auslaufen werde».