«Striche durch Rechnungen»: Sexarbeit als Kunstprojekt

Sexarbeit und Verrichtungsboxen beschäftigen nicht nur Politiker und Medien. Sexarbeit interessiert auch die Kulturschaffenden. Im Kulturraum «les complices» neben der Langstrasse wird Sexarbeit in Zürich künstlerisch hinterfragt und umgearbeitet.

Andreas Storm, Schauspieler im Stück «Striche durch Rechnungen»

Bildlegende: Andreas Storm bereitet sich auf die «installative Dramatisierung» vor. SRF

Gleich neben der Langstrasse sitzt ein Mann im Schaufenster und hält einen Monolog. Vorübergehenden wirft er Kusshände zu, manchmal singt er auch.

Gedanken eines Ausserirdischen

Der Mann heisst Andreas Storm, ist Schauspieler und spielt im Kulturraum «les complices» verschiedene Rollen, die der Regisseur Tim Zulauf für ihn geschrieben hat. Als Sittenpolizist, Sexarbeiterin oder Ausserirdischer spricht er zum Beispiel über den Strassenstrich, Migrationsfragen und die Folgen immer neuer Vorschriften für Sexarbeiterinnen.

Die «installative Dramatisierung» dauert vier Stunden und hat keinen Anfang und kein Ende - man kann einfach vorbeigehen.

«Striche durch Rechnungen» ist ein Projekt zwischen Theater, Ausstellung und Lesung. Kein reisserisches Potpourri, sondern eine kopflastige, ruhige Sache. Welchen Text man hört, ist Zufall. Was man damit anfängt, auch.

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