Sulzer muss per sofort einen neuen Chef suchen

Beim Winterthurer Industriekonzern Sulzer kommt es zu einem Chefwechsel: Nach drei Jahren an der Spitze des Unternehmens tritt CEO Klaus Stahlmann überraschenderweise von seinem Posten zurück. Am Abend teilte das Unternehmen mit, Stahlmann werde per sofort freigestellt. Das nährt Spekulationen.

Klaus Stahlmann, CEO Sulzer

Bildlegende: Gibt das Heft früher aus der Hand als erwartet: Klaus Stahlmann verlässt Sulzer per sofort. Keystone

Stahlmann habe den Verwaltungsrat über seinen Rücktritt informiert, teilte Sulzer am Montagnachmittag mit. Normalerweise kommunizieren börsenkotierte Unternehmen wie Sulzer wichtige Wechsel im Management am Morgen, bevor der Börsenhandel startet.

Stahlmann muss den Sessel sofort räumen

Bei Sulzer müssen sich daraufhin die Ereignisse überstürzt haben: Gemäss der ersten Pressemitteilung sollte Klaus Stahlmann Sulzer nicht per sofort verlassen, sondern die Kündigungsfrist von 12 Monaten einhalten und seine Pflichten weiter erfüllen. Am Abend überraschte der Konzern mit der Mitteilung, Stahlmann werde per sofort freigestellt «im Interesse weiterhin klarer und fokussierter Führungsverhältnisse». Zum CEO ad interim ernannte der Verwaltungsrat den aktuellen CFO Thomas Dittrich.

Suche nach dem Nachfolger läuft

Der Verwaltungsrat hat den Rekrutierungsprozess für Stahlmanns Nachfolger bereits gestartet. Stahlmann hatte die Führung von Sulzer 2012 nach dem Rücktritt von Ton Büchner übernommen. Davor war er Manager beim deutschen Fahrzeugkonzern MAN, wo er im Zuge einer Korruptionsaffäre gehen musste.

Unter Stahlmann wurde unter anderem beim de facto vom russischen Industriellen Viktor Vekselberg kontrollierten Winterthurer Industriekonzern das Servicegeschäft der Pumpensparte mit jenem für Turbinen zusammengelegt. Offiziell räumt er jetzt aus «persönlichen Gründen» den Chefsessel. SRF-Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler ist skeptisch. Über die wahren Gründe könne aber auch sie nur spekulieren: Hat sich Stahlmann mit Vekselberg überworfen? Oder ist gar das schlecht laufende Pumpengeschäft verantwortlich für seinen Abgang?