Historische Trendwende Sulzer wächst wieder

Der Industriekonzern ist in der ersten Jahreshälfte 2017 gewachsen, zum ersten Mal seit acht Jahren. Davon soll auch Winterthur profitieren.

Ein Gebäude mit der Sulzer-Aufschrift.

Bildlegende: Die Firma schaut optimistischer als auch schon in die Zukunft. Keystone

Der Umsatz von Sulzer kletterte um 3,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. Beim Gewinn sieht es auf den ersten Blick weniger rosig aus: Der Betriebsgewinn (EBIT) verkleinerte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund einen Drittel auf 55,3 Millionen Franken, wie der vom russischen Investor Viktor Vekselberg kontrollierte Konzern am Donnerstag mitteilte.

Dafür gibt es allerdings einen Grund: Im Vorjahr hatte ein Effekt aus der Pensionskasse das Ergebnis einmalig angehoben. Ohne Kniff wäre der Betriebsgewinn im Vergleichssemester mit 46,3 Millionen Franken tiefer als im ersten Halbjahr 2017 ausgefallen.

«  Der Motor von Sulzer läuft wieder rund. »

Thomas Dittrich
Sulzer-Finanzchef

Deshalb ist Thomas Dittrich, Finanzchef bei Sulzer, sehr zufrieden: «Sulzer beginnt auf alle vier Zylinder zu zünden. Der Motor läuft rund.» Für das laufende Jahr zeigt sich Sulzer sehr zuversichtlich: Das Management erwartet neu ein stärkeres Wachstum des Bestellungseingangs. Sulzer geht von sieben bis zehn Prozent mehr Bestellungen aus.

Profitieren davon soll auch der Standort Winterthur, wo zuletzt viele Stellen gestrichen worden waren. Thomas Dittrich: «Unsere Konsolidierung hier ist abgeschlossen. Nun sind alle Segel gesetzt für Wachstum.»

Dank Einkaufstour in Wachstumsspur

Bereits in diesem März hatte Sulzer-Chef Greg Poux-Guillaume den Anlegern versprochen: «Sulzer wird 2017 wieder wachsen.» Der Industriekonzern aus Winterthur hatte zuvor acht Jahre lang kein Umsatzwachstum mehr vermelden können. Wegen des Ölpreiszerfalls und dem starken Franken waren die Sulzer-Maschinen für die Erdöl- und Erdgasindustrie weniger gefragt.

Um wieder zu wachsen, hat Sulzer eine Reihe von Unternehmen zugekauft, die in Konsummärkten wie Gesundheit und Kosmetik tätig sind: So übernahm der Konzern die deutsche Applikatoren-Herstellerin Geka oder das neuseeländische Unternehmen Simcro, einen Lieferanten von Verabreichungssystemen für Pharmazeutika in der Tiermedizin. Diese und weitere getätigte Zukäufe sollen dafür sorgen, dass Sulzer im laufenden Jahr einen um 3 bis 5 Prozent höheren Umsatz bekanntgeben kann.