Tänzerin in der Stube, Theater in der Waschküche

Das Festival «Gastspiele» entführt nicht in die Hochburg der Zürcher Kultur, sondern an den Stadtrand ins Quartier Grünau. Die Bühne steht nicht in einem Theater, sondern in Wohnungen, Waschküchen und Altersheimen.

Organisatorin Daniel Lehmann in einer Waschküche

Bildlegende: In dieser Waschküche im Zürcher Grünau-Quartier gibt's 18 Stunden Live-Performance. SRF

Fussballfelder und Schrebergärten, hohe Wohntürme und Beton Blöcke - das ist das Grünau-Quartier am Zürcher Stadtrand. Dort, in einer Waschküche, inszeniert Lucie Tuma «ein Reinigungsritual, um sich von zu viel Arbeitseifer, Motivation und zu viel Engagement zu befreien und eine Art Faulheit und Trägheit wiederzuentdecken», wie sie im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt. Das Publikum liegt während dieser 18stündigen Performance in einem Meer von farbigen Plastikkugeln - ganz wie in den Spielecken der Fastfood-Restaurants.

Wer genug hat vom Reinigungsritual, zieht weiter. Zum Beispiel in die Hochhaus-Wohnung von Filiz und deren Familie. Dort spielt ein Streichquartett in der Stube. In anderen Wohnungen wird Theater gespielt oder getanzt.

Das Festival «Gastspiele» geht auf die Idee der Hausmusik zurück. Alle Vorstellungen spielen in privaten Wohnungen. Die Organisatorin Daniela Lehmann will damit Kultur zu den Menschen bringen, aber auch Künstlerinnen und Künstler aus ihren Konzertsälen und Theatern herausholen - zu den Menschen.

Ganz nebenbei kann man bei dieser ganz persönlichen Tour durch die Grünau auch noch ein unbekanntes Zürcher Quartier entdecken.

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