Tanzdemo Winterthur: Nun wird doch gegen Polizisten ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Winterthur soll nun doch gegen Polizisten ermitteln, die an der «Tanz dich frei»-Demonstration 2013 in Winterthur im Einsatz waren. Dies hat das Zürcher Obergericht entschieden und einer Klägerin Recht gegeben. Die Staatsanwaltschaft hatte keine Untersuchung einleiten wollen.

Polizeieinsatz an der «Tanz dich frei»-Demo in Winterthur

Bildlegende: Von welchem Standort aus schossen Polizisten mit Gummigeschossen? Diese Frage hat die Staatsanwaltschaft nicht geklärt. Keystone

Am Anfang stand die Strafanzeige einer jungen Frau, die an der «Tanz dich frei»-Demo teilgenommen, und dabei eine schwere Augenverletzung erlitten hatte. Ihrer Ansicht nach wegen Gummigeschossen der Polizei. Die Winterthurer Staatsanwälte hatten jedoch darauf verzichten wollen, die Strafanzeige weiter zu verfolgen. Die Begründung: Es sei nicht erwiesen, dass die Verletzung von einem Gummigeschoss der Polizei verursacht worden sei.

Diesen Entscheid kritisierte das Zürcher Obergericht: Die Ermittler hätten den Fall nur ungenügend untersucht. Die Richter gaben somit der Frau Recht, die gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft rekurriert hatte. Das Obergericht stellt den Abklärungen somit ein schlechtes Zeugnis aus.

Staatsanwaltschaft akzeptiert Urteil

Durchgeführt wurden diese Abklärungen von der Stadtpolizei Zürich, die an der Demonstration nicht beteiligt gewesen war. Die Staatsanwaltschaft akzeptiere den Entscheid und wolle die weiteren Ermittlungen so schnell wie möglich in Auftrag geben, sagt der leitende Staatsanwalt Rolf Jäger auf Anfrage des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen».

Bei der unbewilligten «Tanz dich frei»-Demonstration im September 2013 wurden 93 Personen verhaftet, 11 wurden verletzt.