Tiefe Wahlbeteiligung bei den Zürcher Wahlen

Am Sonntag ist es soweit, die Zürcherinnen und Zürcher wählen ihr Parlament und ihre Regierung. Das Interesse an den Wahlen scheint allerdings kleiner zu sein als früher, wie eine Umfrage des «Regionaljournals» bei den grossen Städten zeigt.

Ein Mann leert eine Urne mit Wahlzetteln aus.

Bildlegende: Weniger Wahlzettel als vor vier Jahren: Die Spezialisten rechnen in Zürich mit einer tiefen Wahlbeteiligung. Keystone

Die grosse Mehrheit der Zürcherinnen und Zürcher wählt heutzutage nicht mehr an der Urne, sondern per Post. Deshalb lässt sich bereits im Vorfeld der Wahlen relativ gut voraussagen, wie hoch die Wahlbeteiligung sein wird.

Gerade einmal 21 Prozent aller Stimmberechtigten haben in Zürich bis am Donnerstag abgestimmt. Die gleiche Zahl vermeldet Uster. Winterthur hat keine exakten Zahlen, geht aber bis am Sonntag von einer Wahlbeteiligung von knapp 35 Prozent aus.

Parlamentswahlen interessieren kaum

«Sachvorlagen mobilisieren schlicht besser», erklärt Christina Stücheli, Sprecherin der Stadtkanzlei Zürich, die tiefe Wahlbeteiligung. Und Thomas Bolleter, der in Winterthur für die Wahlen verantwortlich ist, bestätigt: «Viele Leute interessieren sich nur dann für die Politik, wenn sie Ja oder Nein sagen können.» Allerdings geht Thomas Bolleter davon aus, dass in Winterthur in den letzten Tagen vor den Wahlen noch einige Couverts eintreffen werden. «Die Couverts, die an Ostern abgeschickt wurden, erhalten wir erst heute.»

Dennoch sind sich die Spezialisten aller drei Städte einig: Die Stimmbeteiligung dürfte dieses Jahr etwa gleich oder sogar etwas tiefer sein als 2011. Schon damals wählte nur jeder dritte Stimmberechtigte. (Die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen betrug 35,52 Prozent, bei den Regierungsratswahlen 33,19 Prozent.)

Noch nicht abgestimmt?