Tod ohne Schlachthof-Stress

Vor einem halben Jahr hat der Zürcher Biobauer Nils Müller seine erste Weideschlachtung durchgeführt. Jetzt beantragt er eine Dauerbewilligung. Auch andere Landwirte zeigen Interesse.

Rinder in einem kleinen Gatter, daneben eine Art Hochsitz aus Holz.

Bildlegende: In Würde sterben: Die Rinder von Biobauer Müller bleiben bis zum letzten Tag auf der Weide. Keystone

Nils Müller, Biobauer auf der Forch, war der schweizweit erste Landwirt, der eine Genehmigung für Weideschlachtungen erhielt. Zehnmal durfte er seither diese neue Methode ausprobieren.

Sein Fazit: «Für mich ist das immer noch die beste Methode, um den letzten Tag für diese Tiere zu gestalten», sagt Müller gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Die Tiere seien in allen zehn Fällen in «absoluter Ruhe» gewesen, sagt Müller. In Anwesenheit eines Tierarztes und eines Metzgers seien die Rinder unter hygienischen Umständen getötet worden, und sie hätten nicht den Stress erleiden müssen, den ein Transport in den Schlachthof mit sich bringe.

Teures Biofleisch

Deshalb möchte der Biobauer die neue Schlachtmethode schon bald einmal definitiv einführen. Auch andere Landwirte zeigen Interesse an der Weideschlachtung. Etwa ein Dutzend Bauern habe sich in den letzten Monaten bei ihm danach erkundigt, heisst es beim Veterinäramt des Kantons Zürich.

Bislang bleibt Müller aber der einzige, der seine Tier direkt auf der Weide schlachtet. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Methode wesentlich aufwändiger und teurer ist als die Tötung in einen Schlachthof. Entsprechend kostet auch das Biofleisch bis zu dreimal mehr. Trotzdem sehen die Verantwortlichen von Bio-Fleisch-Vertreibern einen kleinen Markt für das Angebot, wie es auf Anfrage des Regionaljournals heisst.