Tölzer statt Zürcher Sängerknaben

Seit vierzig Jahren ist es Tradition, dass die Zürcher Sängerknaben bei Aufführungen der «Zauberflöte» im Zürcher Opernhaus mitsingen. Bei der neusten Inszenierung hat sich die Opernhaus-Leitung für drei Kindersolisten aus München entschieden. Es hagelt Kritik; das Opernhaus beschwichtigt.

Jungen im Matrosenkostüm singen.

Bildlegende: Keine «Zauberflöte»: Die Zürcher Sängerknaben machen dieses Jahr nicht mit. Keystone

Im Kern geht es um den solistischen Auftritt eines Knabenterzetts in der «Zauberflöte», welche die Zürcher Oper im Dezember aufführt. Die Zürcher Sängerknaben wurden zu einem Vorsingen eingeladen. Das sei eine gängige Praxis für solistische Auftritte, sagt Christian Berner, kaufmännischer Direktor des Zürcher Opernhauses, gegenüber Radio SRF. Zudem habe sich die neue Direktion des Opernhauses ein Bild des Chors machen wollen.

Das Vorsingen lief in den Augen des Opernhauses nicht ideal, und man bot den Zürcher Sängerknaben eine Wiederholung an. Doch der Chor lehnte ab. «Die Türe haben die Zürcher Sängerknaben zugestossen, nicht das Opernhaus Zürich», so Christian Berner.

Keine gegenseitigen Verpflichtungen

Das Opernhaus hat für die «Zauberflöte» nun drei junge Solisten des Tölzer Knabenchors aus München engagiert. Der Tölzer Knabenchor hat auch schon früher bei Projekten des Zürcher Opernhauses mitgewirkt. Christian Berner hofft, dass die Zusammenarbeit mit den Zürcher Sängerknaben auch in Zukunft weitergeht. Man berücksichtige bei der Besetzung der Rollen wenn immer möglich einheimische Solisten, sagt Berner. Eine Verpflichtung des Opernhauses gegenüber den Zürcher Sängerknaben oder vice versa bestehe jedoch nicht.