Traditionsläden in Gefahr: Die Bahnhofstrasse wird zum Luxus

1,4 Kilometer sind es vom Bürkliplatz am Zürichsee zum Zürcher Hauptbahnhof. Es ist das teuerste Pflaster der Schweiz - die Bahnhofstrasse. Und für immer mehr Läden wird das Pflaster unerschwinglich.

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Bildlegende: Viel Umsatz dank Chinesen: Uhrenläden können sich an der Bahnhofstrasse halten. SRF

13'000 Franken pro Quadratmeter und Jahr - soviel muss jemand hinblättern, der ein Ladenlokal in bester Lage mieten will. Der Durchschnitt dürfte bei etwa 7000 Franken liegen. Im letzten Jahrzehnt haben sich die Spitzenmieten etwa verdoppelt, schätzt Marc-Christian Riebe, der mit seinem Unternehmen Geschäftsflächen an solchen Top-Lagen vermittelt. Und die Mieten steigen weiter - Finanzkrise und Frankenstärke zum trotz.

Das Reale Monopoly

Solche Mieten können sich eigentlich nur noch internationale Konzerne leisten. Diese warten zum Teil fünf bis sechs Jahre, um eine Adresse direkt an der Bahnhofstrasse zu ergattern und bezahlen dafür fast jeden Preis. Die Folge: Läden für Uhren und Schmuck und internationale Ketten dominieren das Angebot. Die alteingesessene Läden verschwinden. Nur Inhaber, die ihre Liegenschaft selber besitzen, können sich die Lage noch leisten.

«  Die Preise sind horrend, und erschweren die Existenz von Traditionsunternehmen »

Milan Prenosil
Präsident der City-Vereinigung.

Milan Prenosil, der Verwaltungsratspräsident der traditionsreichen Confiserie Sprüngli ist in der glücklichen Lage, dass seinem Unternehmen die Liegenschaft gehört, in der er Kaffee und Kuchen anbietet. Der Präsident der City-Vereinigung hat viele Kollegen erlebt, die im Gegensatz zu ihm die Bahnhofstrasse verlassen mussten. «Der Markt spielt», meint er lakonisch, «das ist nun mal so.» Und das Spiel geht weiter.

 

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