Trotz Sparbeschluss: Opernhaus will die Kunst hoch halten

Das Zürcher Kantonsparlament spart beim Opernhaus: 1,6 Millionen Franken jährlich werden gestrichen. Dies habe nichts mit den Leistungen des Opernhauses zu tun, betonten die Kantonsräte. Ein schmerzhafter Einschnitt, findet das Opernhaus.

Zwei Bühnenarbeiter wischen Dreck von der Bühne nach einer Aufführung im Zürcher Opernhaus.

Bildlegende: Aufräumen ist beim Opernhaus angesagt: Dieses Mal nicht auf der Bühne, sondern bei den Finanzen. Keystone

«Die Oper darf innerhalb der staatlichen Aufgaben keine Insel sein», begründete Moritz Spillmann (SP), Präsident der zuständigen Kommission, den Sparantrag. Es gebe bestimmt Sparpotenzial, zum Beispiel bei den hohen Produktionskosten oder der Hochglanz-Programmhefte, ergänzte Christoph Ziegler von den Grünliberalen.

Kulturhaus mit internationaler Ausstrahlung

Es waren vor allem Stimmen von links, die vor dieser Kürzung warnten. Die Oper sei nicht nur ein elitäres Kulturhaus, sondern wichtig für den Wirtschaftsstandort, sagten sie. Und auch SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr setzte sich für das Opernhaus ein: «Es ist eine Kulturinstitution mit internationaler Strahlkraft.»

Das alles nützte nichts: Mit 116 Ja- zu 50 Nein-Stimmen kam der Sparantrag von 1,6 Millionen Franken durch. Der bisherige Subventionsbeitrag des Kantons beträgt 80 Millionen Franken.

Opernhaus will sparen, ohne dass man es merkt

Ein schmerzhafter Einschnitt, sagt Christian Berner, kaufmännischer Direktor des Zürcher Opernhauses, auf Anfrage von Radio SRF. Besonders, weil ab dem kommenden Jahr das Opernhaus auch höhere Beiträge an die Pensionskasse zu zahlen habe. «Wir sprechen also von 3 Millionen Franken, die uns ab 2016 fehlen werden», sagt Christian Berner. Man setze aber alles daran, dass man dieses Geld nicht bei der Kunst einsparen müsse. «Die Kunst wird darin bestehen, dass man die Einsparungen nicht merkt.»

Die Beratung des Zürcher Kantonsbudgets dauert voraussichtlich noch mehrere Tage. Der Voranschlag der Regierung rechnet mit einem Plus von 10 Millionen Franken. Den bürgerlichen Parteien genügt das nicht: Sie möchten das Budget um knapp 60 Millionen Franken verbessern.

Kritik an langfristiger Planung

Bürgerliche und Mitteparteien kritisierten insbesondere die langfristige Budgetplanung. Denn der Regierungsrat erwartet ein Minus von 1,8 Milliarden Franken in den nächsten vier Jahren. Die Regierung habe es verpasst, rechtzeitig Massnahmen einzuleiten, findet Mitte-rechts.

Umstrittene Sparmassnahmen beim Personal, bei Bildung und ÖV

Linke und grüne Parteien möchten dagegen, dass bei Bildung, öffentlichem Verkehr und Personal weniger stark gespart wird - allerdings sind sie sich in den Details nicht einig.