«Über ein halbes Jahr ging gar nichts mehr»

2014 war ein schwieriges Jahr für die Schaffhauser Wirtschaftsförderung. Ausländische Investoren waren nach der Masseneinwanderungsinitiative verunsichert, sagt der abtretende Wirtschaftsförderer Thomas Holenstein. Für die Zukunft rät er dem Kanton, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Nur gerade zwölf neue Firmen siedelten sich letztes Jahr im Kanton Schaffhausen an - halb so viele wie im Vorjahr. Der Grund: die politische Unsicherheit. «Das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative war eine Zäsur», sagt Thomas Holenstein. «Da ging ein paar Monate gar nichts mehr.» Erst mit dem klaren Nein zur Ecopop-Initiative entspannte sich die Situation. Fürs Jahr 2015 ist Thomas Holenstein denn auch zuversichtlicher.

«  Der Kanton Schaffhausen muss die Balance finden zwischen starkem Wirtschaftsstandort und Lebensqualität.  »

Thomas Holenstein
Abtretender Schaffhauser Wirtschaftsförderer

Die politischen Entscheide waren jedoch nicht der einzige Hinderungsgrund für Unternehmen, nach Schaffhausen zu ziehen. «Ein Unternehmen fand nicht genug Industrieland», sagt Thomas Holenstein. Dem Kanton seien damit viele Arbeitsplätze entgangen.

Nach zwanzig Jahren in der Wirtschaftsförderung tritt Thomas Holenstein zurück. «Interessant, fordernd, erfolgreich», so beschreibt er seine Zeit. Für die Zukunft wünscht er dem Kanton Schaffhausen, dass er eine florierende Wirtschaft mit einer hohen Lebensqualität verbinden kann. Und: «Der Kanton Schaffhausen soll nicht zu viel Nabelschau betreiben». Nur wenn er die Augen offen halte für die Entwicklungen jenseits der Grenze, könne er Erfolg haben.

(fren; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)