Übernimmt Christoph Blocher die Zürcher Landzeitungen?

Der Zürcher SVP-Stratege und ehemalige Bundesrat Christoph Blocher soll die Übernahme der Zürcher Landzeitungen «Zürichsee-Zeitung», «Zürcher Unterländer», «Zürcher Oberländer» und «Landbote» planen. Sowohl die heutige Besitzerin Tamedia AG als auch Christoph Blocher dementieren.

Porträt von Christoph Blocher, montiert auf die vier Zürcher Landzeitungen

Bildlegende: Christoph Blocher, Herr über alle Zürcher Landzeitungen? Noch will den Deal niemand bestätigen. Keystone/Montage SRF

Laut dem Branchenmagazin «Schweizer Journalist» hegt Christoph Blocher grosse Pläne: Kurt W. Zimmermann, Chefredaktor des «Schweizer Journalist», vertritt die These, dass Christoph Blocher den Zeitungsverbund der Zürcher Landzeitungen übernehmen will. Im Gegenzug würde er der Tamedia AG die «Basler Zeitung» abtreten.

Eine neue politische Plattform

«Christoph Blocher möchte auf der gesamtschweizerischen Ebene ein ‹Briket› auflegen», sagt Zimmermann. Er will von konkreten Gesprächen wissen und stützt sich dabei auf anonyme Quellen.

Zusammen haben die vier Zürcher Landzeitungen 110'000 Abonnenten. «Für Herr Blocher wäre das ein sehr interessanter Zeitungsverbund. Er hätte damit eine ganz andere politische Plattform als in Basel», meint Zimmermann weiter.

Bei der Tamedia will man hingegen von Verkaufs- oder Tauschgeschäften mit Christoph Blocher nichts wissen: «Das ist kein Thema», sagt Sprecher Christoph Zimmer.

Blocher bestreitet Zeitungsprojekte

In einer schriftlichen Stellungnahme wollte sich Christoph Blocher nicht zu den Gerüchten äussern, die Basler Zeitung (BaZ) hingegen schon. Man kommentiere Spekulationen, Gerüchte und Variantenprüfungen nicht. Und weiter: «Auch von der BaZ werden Projekte geprüft. Derzeit sind jedoch keine Projekte weiter gediehen oder spruchreif.»

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«Es gibt keine Gratis-Sonntagszeitung, das wäre zu riskant»

0:43 min, vom 3.8.2016

Ebenso vehement bestreitet Blocher gegenüber «10vor10» angebliche Pläne für eine Gratis-Sonntagszeitung. Für den Druck in einer Auflage von 500'000 Exemplaren seien bereits Druckereien angefragt worden, hatte der «Schweizer Journalist» berichtet.

Eine Projektgruppe der Basler Zeitung habe wohl im Zuge eines mehrere Jahre alten Projektes entsprechende Abklärungen getroffen, räumt Blocher ein: Aber «bei uns ist keine Sonntagszeitung im Anzug, das ist ein zu grosses Risiko.» Allerdings wisse er auch nicht, was die Zukunft bringe.