Überstunden bei Zürcher Banken: Gewerkschaft schlägt Alarm

Für die Bankpersonal-Gewerkschaft ist klar: Bei den Bankangestellten häufen sich massiv zu viele Überstunden an. Bereits hat sie deshalb ein erstes Mal das Zürcher Arbeitsinspektorat eingeschaltet. Auf Arbeitgeberseite relativiert man hingegen das Problem.

Das Logo von Goldman Sachs, im Hintergrund ein Händler vor einem Computerbildschirm.

Bildlegende: Amerikanische Arbeitszeiten? Goldman Sachs (hier an der Börse in New York) bekam in Zürich Besuch vom Arbeitsinspektor. Keystone

Als Erstes im Visier des Bankpersonalverbands war der Zürcher Ableger der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs. Laut einem Bericht im «Tages-Anzeiger» hat sie Besuch erhalten vom kantonalen Arbeitsinspektor. Dessen Ziel: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Einhaltung der Arbeitszeiten überprüfen. Das Resultat der Inspektion steht noch aus.

Krank wegen Überlastung

Das Überstunden-Problem sei aber generell gross. Die betriebsinternen Arbeitszeitkontrollen seien bei den Banken und anderen Dienstleistungsbetrieben oft ungenügend, sagt Denise Chervet, die Direktorin des Schweizerischen Bankpersonalverbands. Ohne eine Arbeitszeitkontrolle sei der Druck gross, dass die Angestellten mehr arbeiteten als verlangt, um gut dazustehen. Die Gefahr, dass sie wegen Überlastung krank würden, steige, so Chervet. Die Gewerkschafterin fordert deshalb die Arbeitsinspektorate zu mehr Kontrollen auf, um Arbeitszeitexzesse zu unterbinden.

Banken bemühen sich um Entlastung

Auf der Arbeitgeberseite sieht man die Situation anders. Hans-Peter Portmann vom Zürcher Bankenverband und FDP-Kantonsrat räumt zwar ein, die Belastung fürs Personal sei gestiegen. Aber jeder Angestellte habe auch das Recht, seine Überzeit zu kompensieren: «Ich kenne keine Bank, die dies ihren Angestellten verwehrt», sagt Portmann im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Überdies hätten die Banken zusätzliches Personal eingestellt, um ihre Mitarbeiter zu entlasten.

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