Und ewig rasselt das Kettenhemd

Nicht Fisch und nicht Vogel, nicht Oper und nicht Schauspiel - «King Arthur» von Henry Purcell ist ein Zwischending. In der Inszenierung von Herbert Fritsch dominiert klar das Schauspiel. Bunt ist das Treiben auf der Bühne, daneben wirkt das Dirigat von Laurence Cummings ziemlich blass.

«Einem Teil gefällt’s, dem anderen nicht», verkündet der Titelheld schon in seinem Prolog. In voller Rüstung stolpert Wolfram Koch als King Arthur über die Bühne. Er setzt zu einem «Sprüngli» vom Souffleurkasten an und lässt sich vom Gegenspieler als «C- Dur, B- Dur, A- rthur» verhöhnen. Ganz klar, in diesem Spiel ist alles erlaubt und kein Witz zu billig.

Der Regisseur Herbert Fritsch hat für seinen «King Arthur» ein grossartiges Schauspielerensemble ins Opernhaus geholt. Corinna Harfouch zaubert als Merlin mit Halbglatze und knielangem Bart, und die junge Winterthurerin Carol Schuler brilliert einmal mehr mit Pirouetten und Faxen.

Kräftige Bilder, schwache Klänge

Neben dieser ziemlich schrillen Bühnenrevue verblassen die Klänge aus dem Orchestergraben. Die Musikerinnen und Musiker des Orchesters «La Scintilla» spielen auf historischen Instrumenten. Da hört man Theorben, Blockflöten und Darmsaiten. Das klingt sehr schön und rein aber eher gleichförmig und blass. Auch bei den Sängerinnen und Sängern zwingt einem niemand wirklich zum Hinhören.

So liegt bei dieser Semi-Oper im Opernhaus Zürich für einmal vor allem beim Wort das Gewicht und nicht bei der Musik. Und wie King Arthur es ganz am Anfang gesagt hat: Einem Teil des Publikum gefällt das, einem andern nicht!

(kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)