Universität Zürich sistiert Berufungsverfahren

Die Universität Zürich greift zu einer aussergewöhnlichen Massnahme. Sie stoppt vorerst die Suche nach einem neuen Publizistik-Professoren. Ursache ist ein Zeitungsartikel, der heftige Reaktionen ausgelöst hat.

Publizistik-Professor Heinz Bonfadelli: Die Suche nach seinem Nachfolger ist sistiert.

Bildlegende: Publizistik-Professor Heinz Bonfadelli: Die Suche nach seinem Nachfolger ist sistiert. Keystone

Bei dem Berufungsverfahren geht es um die Neubesetzung einer Professorenstelle in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Gesucht wird ein Nachfolger, eine Nachfolgerin, für Heinz Bonfadelli, der im Sommer 2014 pensioniert wird. Der Tages Anzeiger hat das Berufungsverfahren am vergangenen Mittwoch thematisiert. Im Artikel wird unter anderem kritisiert, dass es nur deutsche Kandidaten in die engere Auswahl geschafft haben. Es wird der Vorwurf laut, dass von diesen Kandidaten keiner mit der Schweizer Medienlandschaft vertraut sei.

«Es ist kein geordnetes Auswahlverfahren möglich»

Aufgrund des Artikels kam es zu massiven, teils persönlichen Anschuldigungen gegen einzelne Mitglieder der Berufungskommission. Ein geordnetes Auswahlverfahren sei derzeit nicht mehr möglich, sagt Uni-Rektor Andreas Fischer: «Der Kommissionspräsident hat uns deshalb gebeten, das Verfahren zu sistieren.»

Zu den Vorwürfen kann sich Andreas Fischer noch nicht konkret äussern. «Wir wollen zuerst mit Vertretern der Berufungskommission sprechen und werden erst danach entscheiden, wie wir weiter vorgehen», so Fischer. Dieses Gespräch dürften in den nächsten paar Wochen stattfinden. Dann werde sich auch zeigen, ob die Universität Zürich rechtliche Schritte gegen den Tages Anzeiger einleitet.