Urs Widmers zahmer letzter Streich

Es ist das Abschiedsstück eines grossen Schweizer Literaten: Gut drei Monate nach seinem Tod kommt Urs Widmers letztes Stück «König der Bücher» im Zürcher Theater Rigiblick auf die Bühne. Eine ziemlich zahme Abrechnung mit dem Verlagsgeschäft.

Der Verleger vor dem Untergang: Szenenbild aus «König der Bücher».

Bildlegende: Der Verleger vor dem Untergang: Szenenbild aus «König der Bücher». Toni Suter (zvg)

Das Stück spielt in einem Milieu, in dem sich der Autor ja bestens auskannte. Im Mittelpunkt steht der alte und ausgebrannte Verleger Edgar Göschen (Klaus Henner Russius), dessen Geschäft dem Untergang geweiht ist. Die Komödie will auch eine Abrechnung sein mit dem serbelndem Buchhandel, in dem immer mehr internationale Online-Giganten das Zepter übernehmen.

Gute Darsteller

Autor Urs Widmer und Regisseur Peter Schwieger üben aber doch sehr zahme Kritik an dieser Entwicklung. Man wünscht sich eine bösere Geschichte und eine bissigere Inszenierung. Dass das Publikum am Ende doch begeistert applaudierte, lag wohl in erster Linie an den darstellerischen Leistungen, allen voran Daniel Rohr als schleimiger Autor Usenbenz. Alle Vorstellungen im Theater Rigiblick sind ausverkauft. Für den Herbst sind aber weitere Vorstellungen geplant.

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