Ursula Hafner hört auf

Im Schaffhauser Regierungsrat wird ein zweiter Sitz frei: Nach FDP-Baudirektor Reto Dubach hat am Montag auch die SP-Sozial- und Gesundheitsdirektorin Ursula Hafner bekanntgegeben, dass sie bei den Wahlen nicht mehr antritt. Ihr Entscheid kommt nicht überraschend.

Ursula Hafner am Montagvormittag bei ihrer Rücktrittsankündigung.

Bildlegende: Ursula Hafner am Montagvormittag bei ihrer Rücktrittsankündigung. SRF

Seit elf Jahren sitzt Ursula Hafner im Regierungsrat. Damit ist sie gemeinsam mit Rosmarie Widmer-Gysel von der SVP das dienstälteste Mitglied. Dass Ursula Hafner nach ihrer dritten Amtszeit zurücktreten würde, war zu erwarten. Immerhin wird sie in diesem Jahr 67.

«Wenn man das Pensionsalter erreicht hat, dann wird erwartet, dass man für jüngere Leute Platz macht», erklärt Widmer-Gysel im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Sie wolle dann aufhören, wenn sie noch motiviert und fit sei und nicht warten, bis sie keine Energie mehr habe.

SP liebäugelt mit zweitem Schaffhauser Regierungsratssitz

Die SP bedauert den Entscheid Ursula Hafners - und richtet den Blick gleichzeitig nach vorne. Weil neben Hafners Sitz auch jener von FDP-Baudirektor Reto Dubach frei wird, spielen die Sozialdemokraten mit dem Gedanken einer Doppelkandidatur.

Die SP werde eventuell versuchen, den Sitz zurückzuerobern, den sie vor 15 Jahren verloren habe, meint Parteipräsident Werner Bächtold. Auch die Unterstützung einer anderen links-grünen Kandidatur sei eine Option: «Wir müssen versuchen, den gesamtschweizerischen Trend hin zur SVP zu stoppen. Und zwar nicht nur in der Legislative, sondern auch in der Exekutive.»

Mehrere mögliche Kandidaturen in der SP

Bereits kursieren auch einige Namen von möglichen SP-Kandidaten. Am meisten genannt wird jener von Kantonsratspräsident Walter Vogelsanger. Er erzielte bei den Ständeratswahlen im Herbst einen Achtungserfolg, als er FDP-Regierungsrat Reto Dubach überflügelte. Weitere Anwärter sind SP-Fraktionschef Patrick Strasser, Kantonsrat Kurt Zubler und Kantonsrätin Franziska Brenn. Als langjährige Sozialvorsteherin in Neuhausen am Rheinfall verfügt sie über Exekutiverfahrung. Kein Interesse hat SP-Nationalrätin Martina Munz.

Die Ausgangslage vor den Wahlen birgt viel Zündstoff. Nicht nur wegen einer möglichen Doppelkandidatur der SP, sondern auch wegen der Pläne der SVP. Sie schickt mit Ernst Landolt und Rosmarie Widmer Gysel zwei Bisherige ins Rennen, prüft aber auch eine dritte Kandidatur. Und die FDP will ihren Sitz natürlich auch verteidigen. Hier überlegt sich der Schaffhauser Stadtrat Raphael Rohner eine Kandidatur.

Ursula Hafner braucht dies nicht mehr gross zu kümmern. Sie freut sich jetzt schon auf ihre Zeit nach der Politik, eine Zeit, in der sie mehr Platz haben will für Reisen, Sprachen und ihre zwei Enkelkinder.