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Zürich Schaffhausen Vater von Flaach nimmt KESB in Schutz

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB sei nicht Schuld am Tod seiner Kinder. Das sagte der Vater von Flaach am Dienstag vor Gericht. Seine Frau hatte am Neujahrstag 2015 die gemeinsamen Kinder getötet, aus Angst, dass sie ins Heim zurück müssten. Eine «monströse Tat», sagt der Vater.

Der Vater von Flaach stand in Weinfelden TG vor Gericht wegen Internetbetrügereien, Zechprellerei und Urkundenfälschung. Wegen dieser Vorwürfe sass er in Untersuchungshaft, als seine Frau an Neujahr die beiden gemeinsamen Kinder umbrachte. Aus Angst, dass sie ins Heim zurück müssten. Später, in Untersuchungshaft, richtete sie sich selbst.

Kurz nach der Tat beschuldigte der Vater die KESB. Sie habe seine Frau im Stich gelassen. Am Dienstag vor Gericht revidierte er jedoch seine Aussage. «Die KESB und andere Behörden trifft keine Schuld», sagte er. Im Gegenteil: Er sei froh gewesen, als man ihn verhaftet habe. Es sei seine Chance gewesen für einen Neuanfang.

Ein Leben fern der Realität

Denn das Leben sei ihm vor der Verhaftung je länger je mehr entglitten. Er habe die Wünsche seiner Frau mit seinem Lohn nicht mehr befriedigen können. Deshalb habe er auch mit den Betrügereien angefangen.

Der Vater von Flaach distanzierte sich also von seiner Frau. Ihre Verzweiflungstat, die Kinder umzubringen, nannte er «monströs». Seine Betrügereien hat der Vater allesamt zugegeben. Er wurde deshalb zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und einer Busse von 1200 Franken verurteilt.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Tom Stone)
    Wenn man die Kommentare liest könnte man glauben, die KESB greift einfach irgendwie ein und man macht, was man will. Jedoch: Bis die KESB eingreift, wurden viele Amtsmühlen durchlaufen, es gab Gefährdungsmeldungen etc. Da ist garantiert was nicht in Ordnung.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Ach, Herr Steiner, es ist doch logisch, dass die Kommentierenden besser informiert sind als die involvierten Personen. Die lesen schliesslich "20 Minuten" und "Blick" und nicht nur die Akten.
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    2. Antwort von F Selvä (Liberal)
      "Bis die KESB eingreift, wurden viele Amtsmühlen durchlaufen, es gab Gefährdungsmeldungen etc" Jeder kann eine Gefährdungsmeldung machen und die KESB muss handeln. Und das Problem dabei wie jeder zwar angeschwärzt werden kann, aber keine Rechte hat. Ach ja nicht mal Akteneinsicht. Im Gegensatz zu gewissen Medien. Die KESB verstösst damit gegen das Amtsgeheimnis. Diese angeblich so total perfekte, korrekte KESB
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  • Kommentar von A. Moser (AM)
    Die KESB ist nie Schuld!! Die halten sich an unzählige, sinnlose, sture Paragraphen und erreichen so zwar oft nicht, was die KESB eigentlich erreichen sollte! Aber Schuld ist sie so sicher nicht - davon kann ich ein Lied singen! Und selbst wenn sie einen Fehlentscheid fällen - und das hinter vorgehaltener Hand sogar zugeben - offiziell haben sie sich an den Paragraphendschungel gehalten und sind alle fein raus!
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  • Kommentar von Master Royale (maro)
    Leider ist die Schuldfrage relativ müssig wenn Menschen gestorben sind. Wir brauchen immer Schuldige und rein faktisch gibt es auch immer Schuldige. Doch im Nachhinein wirkt es relativ unglaubwürdig, wenn der Vater sich über seine tote Frau auslässt. Ebenso wäre die Erklärung, dass die KESB schuld ist, sehr einfach. Eine Behörde die bis jetzt nicht richtig funktioniert, aber auch mit sehr komplexen und schwierigen Gegebenheiten konfrontiert ist... lebendig wird leider niemand mehr...
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