Viel Stahl, kaum Blut – Zimmermanns «Soldaten» im Opernhaus

Mit einem Knaller eröffnet Opernhaus-Direktor Andreas Homoki seine zweite Spielzeit. Zum ersten Mal inszeniert der katalanische Regisseur Calixto Bieito in Zürich und stemmt dabei gleich «Die Soldaten» auf die Bühne. Die Oper von Bernd Alois Zimmermann galt lang als unspielbar.

Männer und Frauen in Uniform auf einer Bühne, dahinder ein gelbes Gerüst.

Bildlegende: 10 Tonnen wiegt das Stahlgerüst in der Inszenierung der «Soldaten» am Opernhaus. zvg/Monika Rittershaus

Wenn der katalanische Regisseur Calixto Bieito inszeniert, schreien viele schon im Vorfeld: Skandal. Denn häufig spickt er seine Aufführungen mit Gewalt, Blut und Sex. Bei seinem Zürcher Debut gibt er sich aber zahm. Was dem Werk nur gut tun kann. Denn in den «Soldaten» von Bernd Alois Zimmermann steckt so viel Brutalität, dass diese nicht noch betont werden muss.

Verkehrte Welt

Rund 120 Musikerinnen und Musiker setzt Bernd Alois Zimmermann in seinen «Soldaten» ein. Und da diese im Orchestergraben keinen Platz haben, platziert der Regisseur das Orchester auf der Bühne. Die Bühnenbildnerin Rebecca Ringst hat dazu ein gigantisches, 10 Tonnen schweres Stahlgerüst bauen lassen.

Wer im Opernhaus weit oben sitzt, hat einen grossartigen Blick auf die Musikerinnen und Musiker, sieht allerdings kaum, was auf der Spielfläche passiert. Nur so viel: skandalös kann es nicht sein. Das Premierenpublikum verdankte die Inszenierung mit Applaus und die musikalischen Leistungen mit viel Bravorufen.

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