Tag der Frau «Viele Firmen haben noch ein grosses Stück Arbeit vor sich»

Es gibt zwar immer mehr Frauen, die es bis nach ganz oben schaffen, der Anteil ist aber immer noch tief. Dies zeigen die neusten Zahlen der Beratungsfirma McKinsey. Die Expertin Angelika Reich findet, in den Führungsetagen der Firmen müsse ein Umdenken stattfinden.

Frau mit rotem Lippenstift und schwarzen Haaren

Bildlegende: «Der Tag der Frau hat immer noch eine hohe symbolische Bedeutung», sagt Angelika Reich. SRF

Die wichtigsten Zahlen und Fakten des neusten Women Matter Reports:

  • Im Jahr 2016 waren 17 Prozent der Vorstandsmitglieder in Westeuropa Frauen.
  • 88 Prozent der Mitarbeiter in westeuropäischen Unternehmen sind der Meinung, dass sich ihr Unternehmen nicht genügend für Gender Diversity einsetzt.
  • Etwa gleich viele Männer wie Frauen streben eine höhere Führungsposition an, aber nur halb so viele Frauen wie Männer glauben, dass sie diese auch erreichen können.
  • Frauen in Westeuropa verbringen etwa doppelt so viel Zeit mit Hausarbeit wie Männer.

Das «Regionaljournal» hat mit Angelika Reich, Beraterin im Zürcher Büro von McKinsey über die aktuelle Situation der Frauen gesprochen.

Auszug des Interviews mit Angelika Reich

Regionaljournal: Welche Bedeutung messen Sie dem Weltfrauentag heute noch bei?

Angelika Reich: Der Tag hat immer eine hohe symbolische Bedeutung, weil er eine globale politische Diskussion anregt. Aber auch in Europa und hier in der Schweiz ist es wichtig, sich im Berufsalltag zu überlegen, wo man noch weitere Verbesserungen schaffen kann.

Regionaljournal: Viele Wirtschaftsunternehmen beteuern die Wichtigkeit von Frauen. Wenn Frauen mit Kindern Karriere machen wollen, wird aber häufig verlangt, dass sie Vollzeit arbeiten. Müsste sich da nicht endlich etwas Entscheidendes ändern?

Angelika Reich: Ich denke es hat sich schon Vieles geändert. Bei vielen Unternehmen können Frauen einen Teil der Arbeit von zu Hause aus erledigen. Die meisten Unternehmen haben aber noch ein grosses Stück Arbeit vor sich, um zum Beispiel Führungspositionen in Teilzeit zu ermöglichen.

«  Der Tag der Frau hat immer noch eine grosse symbolische Bedeutung. »

Angelika Reich
Beratungsfirma McKinsey

Regionaljournal: Was müssten den Firmen konkret unternehmen um eine Verbesserung zu erreichen?

Angelika Reich: Es ist wichtig, dass das Senior Management das Thema als eine Priorität formuliert und dass die Führungsetagen anerkennen, das Teams mit gleich vielen Frauen und Männern auf der Führungsebene effektiver sind. Wenn man das weiss und entsprechend priorisiert, ist das schon ein wichtiger Grundstein.