Virtueller Polizeiposten stösst bei Versicherern auf Skepsis

Wer sein Velo ohne Räder oder gar nicht mehr an seinem Platz vorfindet, kann den Diebstahl künftig per Computer an einem virtuellen Polizeischalter melden. Das soll der Polizei und den Geschädigten Zeit und Geld sparen. Die Versicherungen haben an der Neuerung wenig Freude.

Räder, Pneus und Felgen von Fahrrädern, gestapelt in einer Halle bei der Kantonspolizei St. Gallen.

Bildlegende: Ein Teil der Beute eines notorischen Velodiebs. Gehortet hat er sie in Zürich, erwischt wurde er in St. Gallen. Keystone

Am Projekt sind mehrere Kantonen beteiligt – darunter auch Zürich und Schaffhausen. Er soll die Polizei bei der Erfassung von sogenannten Massendelikten entlasten. Dazu zählen zum Beispiel Velodiebstähle oder Sachbeschädigungen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Wann der virtuelle Polizeiposten seinen «Schalter» öffnet, ist jedoch noch offen.

Mehr Effizienz

Die Zürcher Kantonspolizei verspricht sich von der Neuerung eine Entlastung. «Es ist für uns eine wichtiges Projekt und ein Schritt in die Zukunft», sagt Werner Schaub im «Regionaljournal Zürch Schaffhausen». Laut dem Medienchef der Kantonspolizei Zürich hofft die Polizei auf mehr Effizienz beim Erfassen der Delikte. Damit soll Kapazität frei werden für Wichtigeres.

Mit Skepsis sehen jedoch die Versicherer dem Projekt entgegen. Sie befürchten, dass die Hemmschwelle für Versicherungsbetrug sinkt, wenn die Anzeige beispielsweise eines Velodiebstahls nicht mehr bei einem Polizisten aus Fleisch und Blut gemacht werden muss. Werner Schaub teilt diese Befürchtung nicht. Die Anzeige werde immer noch bei der Polizei gemacht und dort auch bearbeitet. Die Möglichkeit, einem Versicherungsbetrug auf die Schliche zu kommen, sei immer noch gegeben.