Vom «Malerbuch» zur Vorzeigesammlung

Die Grafische Sammlung des Zürcher Kunsthauses wird 100 Jahre alt. Das Museum feiert den Geburtstag mit einer Sonderausstellung: Es zeigt 120 Meisterzeichnungen von Dürer über van Gogh bis Giacometti. Die Geschichte der Grafischen Sammlung begann mit einer Handvoll Hobbysammler.

Aquarell einer Baumallee mit einem Wanderer

Bildlegende: Eine der «Meisterzeichnungen» ist Vincent van Goghs «Strasse von Tarascon» von 1888. zvg

1787 schlossen sich befreundete Amateur-Künstler zu einer Kunstgesellschaft zusammen. Sie führten ein sogenanntes «Malerbuch», in welches sie regelmässig Zeichnungen und Aquarelle einlegten. 1915 begann der damalige Kunsthaus-Direktor Wilhelm Wartmann, ein Inventar der gesammelten Handzeichnungen und Kupferstiche zu führen. Durch gezielte Ankäufe und Schenkungen gelangten dann immer mehr bedeutende grafische Werke nach Zürich.

Heute umfasst die Grafische Sammlung rund 95'000 Werke auf Papier. Darunter befinden sich die weltweit grössten Zeichnungs-Bestände von Johann Heinrich Füssli und Ferdinand Hodler. Die rund 120 ausgewählten Werke der neuen Jubiläumsausstellung «Meisterzeichnungen» hängen auf verschiedene Räume verteilt zwischen Gemälden und Skulpturen. Begleittexte betten die Zeichnungen in ihren zeit- und kunstgeschichtlichen Kontext ein.