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Zürich Schaffhausen Von Blumendieben und Anbau-Tipps: 100 Jahre Stadtgärtnerei SH

Es begann mit einem Stadtgärtner für den Waldfriedhof. Heute beschäftigt die Schaffhauser Stadtgärtnerei 65 Leute und kümmert sich um 100 Hektaren Land. Doch nicht nur die Grösse hat sich verändert, sondern auch der Umgang der Leute mit dem Grün. Nur Streiche und Littering gab es schon immer.

Ein Fluss, darauf Holzboote, daneben das grasbewachsene Ufer mit Bäumen.
Legende: 100 Hektaren Grün bewirtschaftet die Stadtgärtnerei heute. Hier das Lindli entlang des Rheins. zvg

Als Heinrich Bebi 1914 als erster Stadtgärtner angestellt wurde, musste er sich primär um den neuen Waldfriedhof kümmern. Doch bald schon brach der Erste Weltkrieg aus - und Heinrich Bebi musste plötzlich Anbautipps für Kartoffeln und Gemüse geben. «Es gab damals richtige Gartenbaukurse für Laien», erklärt der heutige Stadtgärtner Felix Guhl im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Denn im Zuge der Anbauschlacht musste jeder Flecken für die Nahrungsproduktion genutzt werden.

Nach den Weltkriegen nahm die Bevölkerung von Schaffhausen zu - und mit ihr wurden Schulen, neue Parkanlagen und Sportplätze gebaut, um die sich die Stadtgärtnerei kümmerte. Und es setzte ein Wandel ein: «Früher gab es am Rande der Wiesen ‹Betreten Verboten›-Schilder», sagt Felix Guhl. Heute würden die Anlagen genutzt für Sport, um sich zu treffen und um Feste zu feiern. «Und das ist gut so», findet Felix Guhl.

Vandalen und treue Stadtgärtner

Mit der intensiven Nutzung kam aber auch der Abfall. Ein grosser Teil der Arbeit der Stadtgärtner besteht heute aus Putzen und Aufräumen. Das sei aber kein neues Phänomen, sagt Felix Guhl. «In den 50ern und 60ern war zum Beispiel der Hundekot ein grosses Problem.» Ein Problem, das es heute nicht mehr gibt - Robidog sei Dank.

Aber nicht nur Dreck und Abfall gab es schon früher, sondern auch Vandalen. «Es gibt Berichte über grölende und randalierende Studentenhorden, die Blumenschmuck zerstörten», erzählt Felix Guhl.

Erstaunlich ist die aussergewöhnliche Treue der Stadtgärtner selbst. In hundert Jahren gab es erst vier. «Gärtnern ist eben eine langfristige Tätigkeit», erklärt Felix Guhl. Ein Baum brauche seine Zeit zum Wachsen. Wenn ein Stadtgärtner die Früchte seiner Arbeit ernten will, braucht er also einen langen Schnauf.