Von Verletzungen und Flugtrainings: Fledermäuse hautnah

Sie ist eine Attraktion: Die neue Fledermaus-Notpflegestation der Stiftung Fledermausschutz in Zürich. Denn seit Anfang Jahr kann das Publikum bei der Fütterung der Findlinge zusehen. Die Hoffnung der Stiftung ist, dadurch Hemmschwellen bei den Menschen abzubauen.

Die Fledermäuse kommen beim Publikum «gewaltig gut an», sagt Hans-Peter Stutz, Stiftungsratspräsident der Stiftung Fledermausschutz. Die Stiftung betreibt seit bald 30 Jahren eine Notpflegestation im Zoo Zürich. Dort werden Fledermäuse, die von Passanten gefunden werden, aufgepäppelt und überwintert.

Positive Reaktionen

Seit diesem Jahr ist die Fledermaus-Notpflegestation öffentlich einsehbar, und Zoo-Besucher können mitverfolgen, wie die Findlinge gefüttert werden. Eine Attraktion, stellt Hans-Peter Stutz fest: «Man sieht diese Tierchen ja sonst kaum von nahem», das sei eine ideale Gelegenheit dazu. «Wenn sie dann so einen kleinen ‹Pfüdi› von drei, vier Zentimetern vor sich sehen, sind sie hell begeistert.»

Die Stiftung Fledermausschutz erhofft sich durch die Öffnung der Notpflegestation Vorurteile abzubauen. Häufig würden die nachtaktiven Flugtiere nämlich mit etwas «Unheimlichem» in Verbindung gebracht. Könne man diese Wahrnehmung verändern, komme das den wild lebenden Fledermäusen zugute. Denn dann hätten die Menschen mehr Verständnis für ihren Lebensraum.

Rund die Hälfte der Fledermausarten in der Schweiz stehen auf der Liste der gefährdeten Arten.

(simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)