Vortritt für den Bus auf der Rosengartenstrasse

Der Zürcher Gemeinderat segnete 5,5 Millionen Franken für Lichtsignale und weitere Anpassungen auf der vielbefahrenen Strasse ab. Fussgängerstreifen gibt es vorerst keine. SVP und FDP blieben jedoch skeptisch, sie glauben nicht daran, dass die Lichtsignalanlagen den Verkehr flüssiger machen.

Bus versucht durch querstehende Autokolonne durchzukommen

Bildlegende: Vortritt für den Bus. Auf der Rosengartenstrasse sollen Lichtsignalanlagen dafür sorgen, dass er nicht stecken bleibt. Keystone

Auf der vielbefahrenen Zürcher Rosengartenstrasse hat künftig der Bus Vorfahrt. Der Gemeinderat bewilligte am Mittwoch mit 80 zu 39 Stimmen zwei Kredite von insgesamt knapp 5,5 Millionen Franken. Damit werden die nötigen Verkehrsregelungsanlagen und Anpassungen erstellt.

Die Rosengartenstrasse war 1972 dem Verkehr übergeben worden. Sie war Bestandteil der Westtangente und als provisorische Verbindung zwischen den damals bestehenden Autobahnen A1 Richtung Limmattal/Winterthur und A3 Richtung Chur gedacht, wie der Stadtrat in seiner Weisung zur jetzt beschlossenen Neuerung schrieb.

Eigentlich sollte sie nach Fertigstellung des Autobahnrings nur noch eine leistungsfähige Quartierverbindung sein – von dieser vergleichsweise bescheidenen Funktion ist sie weit entfernt. Seit der Eröffnung nahm der Verkehr stetig zu, bis die Strasse eine laute, stinkende und gefährliche Schneise mitten durch das Wohnquartier Wipkingen war, wo sich die Autos zudem häufig stauen.

Diverse Vorstösse zur Verbesserung der Situation blieben ergebnislos. Flankierende Massnahmen zur Eröffnung der Westtangente lehnte die kantonale Baudirektion ab. Eine 2008 lancierte Volksinitiative verlangte verschiedene Massnahmen, wurde dann aber zu Gunsten des stadträtlichen Gegenvorschlags zurückgezogen.

Der Gemeinderat hiess 2010 den Gegenvorschlag gut, aber der Kanton war nur teilweise einverstanden. Daraufhin beschloss der Stadtrat eine pragmatisches Schritt-für Schritt-Vorgehen. Vor allem auf ursprünglich vorgesehene Fussgängerstreifen wurde verzichtet.

Sofortmassnahmen als Zwischenschritt

Nun soll das Verkehrsregime auf der Rosengartenstrasse als Zwischenschritt immerhin so verändert werden, dass «die Trennwirkung der Strasse» reduziert werde, so der Stadtrat. Der öffentliche Verkehr soll bevorzugt und der Autoverkehr verflüssigt werden.

Mit den bewilligten 5,5 Millionen Franken entstehen Lichtsignalanlagen mit Busbevorzugung beziehungsweise Verkehrsdosierung, und die öffentliche Beleuchtung sowie Fahrleitungsabspannungen werden angepasst. Wegen einer verlängerten Busspur ist zudem ein Teilersatz für eine Passerelle nötig. Die Arbeiten sollen kommendes Jahr erfolgen.

Zum Legislatur-Abschluss eine Verkehrsdebatte

Die Vorlage löste zum Abschluss der Legislatur nochmals eine Verkehrsdebatte mit den altbekannten Positionen aus. FDP und SVP wetterten dagegen, die anderen waren dafür. Die FDP erinnerte daran, dass dereinst ein Rosengartentunnel entstehen soll. Sie warnte, die vorgesehenen Massnahmen würden einen Stau nicht verhindern, sondern nur verschieben.

Einmal mehr lege der Stadtrat ein «Projekt zur Behinderung des individuellen Privatverkehrs» vor, sagte ein SVP-Sprecher. Er empfahl, die Vorlage abzulehnen, und dann «auf Filippo zu hoffen» – gemeint war der neu gewählte FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger, der von der Grünen Ruth Genner das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement übernimmt.

Laut CVP hat das Tiefbauamt «überzeugend, nachvollziehbar und glaubhaft» dargelegt, dass das Vorhaben funktionieren könnte. «FDP und SVP seien einfach dagegen, um dagegen zu sein», was nicht eben konstruktiv sei. Wie ein Sprecher der Grünen betonte, geht es in erster Linie um die Förderung des öffentlichen Verkehrs.