Wachsmodelle, die unter die Haut gehen

Das Moulagenmuseum der Universität Zürich feiert sein 20jähriges Bestehen mit einer neuen Dauerausstellung. Moulagen sind Wachsmodelle von Hautkrankheiten - und heute so gefragt in der Lehre wie schon lange nicht mehr.

Zum Jubiläum seines 20-jährigen Bestehens präsentiert das Moulagenmuseum Zürich eine neue Dauerausstellung.

Die Exponate sind zwar - zumindest für Laien - ziemlich unappetitlich. Medizinisch gesehen sind sie aber hoch interessant. Es geht um Hautkrankheiten: Ekzeme, Pilze, Warzen, Furunkel und viele andere. Die Moulage, ein akribisch bemaltes Wachsmodell eines erkrankten Körperteils, zeigt jeden Pickel und jede Schrunde lebensecht, dreidimensional und in Originalgrösse.

Mit Aufkommen der Digitalisierung nahm ihre Bedeutung ab. In jüngster Zeit aber werden sie wieder vermehrt als Lehrmittel eingesetzt, sagt der Dermatologe, Ausstellungskurator und Medizinhistoriker Michael Geiges. Zudem seien sie «aussergewöhnliche historische Patientendokumente und wichtige Quellen für die medizinhistorische Forschung».

Weihnachtsessen zwischen Syphilis-Moulagen

Die neue Dauerausstellung zum 20jährigen Bestehen des Museums gliedert sich in drei Teile: Im ersten werden Hautkrankheiten wie etwa Pocken vorgestellt, die es heute bei uns nicht mehr gibt. Teil zwei befasst sich mit dem Wandel der Bildmedien im universitären Unterricht. Teil drei richtet sich vor allem an Studierende. Er gibt einen Überblick über alle wichtigen Hautkrankheiten von heute.

Die Ausstellung ist jedoch nicht nur für Mediziner gedacht. «Wir haben sogar Firmen, die Geschäftsaussflüge oder Weihnachtsessen bei uns durchführen», sagt Geiges. «Und es war noch nie jemand enttäuscht».