Wahlen Zürich: Alternative Liste holt Rudolf Elmer ins Boot

Der bekannte Whistleblower Rudolf Elmer kandidiert im Bezirk Bülach für den Kantonsrat. Der Ex-Banker hat Prozesse wegen Verletzung des Bankgeheimnisses am Hals. Trotzdem setzt ihn die AL auf ihre Liste. Die Chance, dass er gewählt wird, dürfte allerdings klein sein.

Portrait Rudolf Elmer, im Vordergrund unscharfes Gewächs.

Bildlegende: Im Kampf gegen das Bankgeheimnis holt sich die Alternative Liste mit Rudolf Elmer eine Gallionsfigur ins Boot. KEYSTONE/Alessandro Della Bella

Rudolf Elmer steht schon länger im Kontakt mit der linken Bewegung «Alternative Liste». Die AL unterstützte den Whistleblower schon 2011, als sich dieser wegen Verletzung des Bankgeheimnisses vor Gericht verantworten musste und in erster Instanz verurteilt wurde. Und sie steht auch im aktuellen Prozess hinter ihm.

Aus dem Gerichtssaal in den Kantonsrat?

«Rudolf Elmer hat einen wichtigen Beitrag geleistet zur Aufklärung von Steuerhinterziehungspraktiken der Off-Shore-Banken aus der Schweiz», erklärt Walter Angst, Mitglied des Wahlausschusses der AL die Kandidatur. Die Prozesse gegen den Whistleblower betrachtet er als Kleinkrieg. Rudolf Elmer sei noch nicht rechtskräftig verurteilt. Deshalb sei seine Kandidatur kein Problem.

Mit der Kandidatur von Rudolf Elmer will die AL ein Zeichen setzten. Seine Wahlchancen im Bezirk Bülach sind allerdings gering. Das sieht auch Walter Angst so. Allerdings schliesst er die Möglichkeit einer Überraschung aber nicht aus: «Wir haben in letzter Zeit viel gesehen und wir nehmen nicht jemanden auf eine Liste, der das Amt nicht annehmen könnte.»