Weissgeldstrategie: ZKB weniger streng als ihr Pendant in Basel

«Haben Sie ihr Geld versteuert?» Diese Frage müssen alle Kunden der Basler Kantonalbank schriftlich beantworten - auch die Schweizerinnen und Schweizer. Ganz anders bei der Zürcher Kantonalbank, die ihren Kunden vertraut.

Ein Koffer voller Schweizer Banknoten.

Bildlegende: Keine Unterschrift nötig: Die ZKB setzt auf die Ehrlichkeit ihrer Kundinnen und Kunden. Keystone

Bei der Basler Kantonalbank gibt es keine Kompromisse mehr: Bis Ende des Jahres will die Bank nur noch Gelder verwalten, die ehrlich versteuert sind. Damit will die BKB gerüstet sein, für den Fall, dass das Bankgeheimnis auch im Inland aufgehoben wird und sie dem Staat auch die Daten von Schweizer Kundinnen und Kunden liefern muss.

Nicht ganz so streng handhaben es in Zürich die UBS und die Crédit Suisse. Immerhin aber müssen neue Kunden dort die allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptieren. Und darin steht, dass die Bank nur versteuerte Gelder annimmt.

ZKB setzt auf Ehrlichkeit ihrer Kunden

Die Zürcher Kantonalbank will vorläufig nichts wissen von solchen Massnahmen. «Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden steuerehrlich sind», schreibt die ZKB auf Anfrage des Regionaljournals Zürich Schaffhausen.

Eine Haltung, die sich die Bank unter Umständen nicht mehr lange leisten kann, meint Beat Bloch (CSP), der neue Präsident der zuständigen Aufsichtskommission im Kantonsrat. Die Kommission hat sich zwar noch nicht mit dem Thema beschäftigt, aber Bloch selber hat eine klare Haltung: «Es wäre begrüssenswert, wenn die ZKB zu einem solchen Schritt Ja sagen würde.»

Allerdings müsse man auch sehen, dass das geltende Recht nicht danach verlange. Die ZKB bewege sich daher nach wie vor auf rechtlich sicherem Boden.