Weniger «Stoppunfälle» auf Zürcher Schienen

Die Präventionskampagne «sicher unterwegs» der Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ zeigt offensichtlich Wirkung: Im ersten Halbjahr 2015 ist die Zahl der sogenannten Stoppunfälle um mehr als ein Drittel zurückgegangen.

Ein Tram fährt seitlich in ein anderes Tram hinein.

Bildlegende: Tram trifft Tram: einer der Unfälle auf Stadtzürcher Schienen. Keystone

Nicht nur die Zahl der Stoppunfälle ist rückläufig, auch Unfälle mit Verletzten gab es weniger als in den Vorjahren. Insgesamt ereigneten sich 199 Unfälle mit Bus oder Tram, bei denen Personen verletzt wurden. Im gleichen Zeitraum im Jahr 2014 waren es 253, 2013 verzeichnete die VBZ 221 solche Unfälle.

Wie im Vorjahr ereigneten sich zwei Unfälle mit tödlichem Ausgang: Im Januar stürzte eine 84-jährige Passagierin, weil eine Tramführerin eine Vollbremsung einleiten musste. Die Frau verletzte sich so schwer, dass sie einige Tage später starb. Im April fiel eine 29-Jährige an der Haltestelle aus einem Tram. Dabei zog sie sich tödliche Kopfverletzungen zu.

Alles in allem ein leichter Rückgang

Insgesamt haben die VBZ 762 «Schadenereignisse» registriert, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Statistik hervorgeht. Das sind 6 Prozent weniger als 2014.

Praktisch keine Veränderung gab es bei den Unfällen beim Ein- und Aussteigen sowie bei den «sonstigen Schadensfällen». Das sind unter anderem Manöverschäden in Depots oder Garagen oder Sachschäden bei Drittpersonen.

Die Zahl der böswilligen Beschädigungen ist dagegen von 43 auf 59 angestiegen. Die Zahl der Kollision mit anderen Fahrzeugen blieb mit 354 genau gleich hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Zwei Trams sind kollidiert, beide sind aus den Schienen gesprungen.

Bildlegende: Unfälle passieren seit jeher: Hier kollidierten zwei Trams am Bahnhofplatz im Jahr 1991. zvg

Sicherheitstraining für Senioren

Mit ihrer 2013 lancierten Präventionskampagne setzen die VBZ ihre Priorität bei der Reduktion der Stoppunfälle. Das sind Unfälle, die sich ereignen, weil beispielsweise wegen eines anderen Verkehrsteilnehmers ein Notstopp eingeleitet werden muss.

Unter anderem bietet die VBZ spezielle Sicherheits-Trainings an. Bereits 400 Personen haben diese absolviert. Im ersten Halbjahr verzeichnet die Statistik 70 Stoppunfälle. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 112, was einem Rückgang von rund einem Drittel entspricht.

Jörg Widmer, Bereichsleiter Betrieb bei den VBZ, hofft, dass diese Entwicklung auch auf die Präventionskampagne zurückzuführen ist: «Wir beginnen bei den Jüngsten in den Schulen bis zu Seniorinnen und Senioren. Diese laden wir in Kurse ein um ihnen dort zu zeigen, wie sie sich sicher in Bussen und Trams bewegen und wie sie solche Stoppunfälle umgehen können.»

Wir haben einen solchen Kurs begleitet. Hören Sie hier unsere Reportage.