Wenn Heidi auf Chinesisch die Schweiz erklärt

Das Landesmuseum Zürich bietet neu einen iPad-Guide auf Mandarin an. Mit einem Film werden die chinesischen Besucherinnen und Besucher durch das Museum geführt. Und entspricht damit einem Trend: Denn es reisen immer mehr Chinesen nach Zürich - und sie wollen auch immer mehr über die Kultur wissen.

Eine Frau schaut sich einen Film auf einem i-Pad an,

Bildlegende: Ein i-Pad-Guide führt chinesische Touristen im Landesmuesum Zürich durch die Schweizer Geschichte zvg

Heidi und Walter nehmen die chinesischen Besucherinnen und Besucher auf einen Rundgang mit und stellen ihnen die wichtigsten Fakten und Personen der Schweizer Geschichte in den letzten 500 Jahren vor. Szenische Einstellungen ergänzen die historischen Fakten. Einmal tritt der Zürcher Reformator Zwingli auf, ein andermal ein Schweizer Gardist.

In Bildern erzählen

Die Führung soll den chinesischen Touristinnen und Touristen in vierzig Minuten die Schweizer Geschichte erzählen. Den elektronischen Guide gibt es bereits auf Englisch, das Landesmuseum hat ihn aber nicht einfach übersetzen lassen. «Wir haben nach dem Prinzip trial and error ausprobiert, was für die Chinesen funktioniert», sagt Marco Castellaneta, Leiter Museum im Landesmuseum.

«Die chinesische Sprache ist sehr bildhaft», ergänzt Yi Li, die für Zürich Tourismus Führungen für Chinesinnen und Chinesen macht. «Unser Denken ist deshalb anders. Für Chinesen muss man erzählen, inspirieren.» Deshalb sei der elektronische Führer mit dem Video und den Erzählungen von Walter ideal.

Viertgrösste Touristengruppe

Dass das Landesmuseum gerade jetzt einen Führer auf Mandarin entwickelt hat, ist kein Zufall. Die Chinesen sind die viertgrösste Touristengruppe in Zürich, die Übernachtungen nahmen im letzten Jahr um 20 Prozent zu. Und auch das Interesse der Chinesinnen und Chinesen an der Schweizer Geschichte steigt. «Früher kamen die Touristen aus China, um die Natur anzuschauen», sagt Yi Li. «Jetzt interessiert sie auch die Kultur und die Museen.»

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