Wenn Kameras und Scheinwerfer ein Weizenfeld überwachen

In Zürich starten Forscher der Universität Zürich den zweiten Versuch mit Gentech-Weizen auf freiem Feld. Vor fünf Jahren hatten Aktivisten ein Feld teilweise zerstört. Die Versuche seien nötig, um Weizen gegen Mehltau resistent zu machen, sagen die Befürworter. Die Gegner warnen vor den Gefahren.

Eine grüne Wiese, davor zwei Eisentore mit Stacheldraht.

Bildlegende: Doppelt gesichert: Der Gentech-Weizen will gut bewacht sein. SRF

Zur Zeit wächst noch Gras auf dem Versuchsfeld in Zürich-Affoltern. Doch im Frühling wird hier Gentech-Weizen ausgesät. Ein doppelter Zaun mit eingebautem Alarmsystem, Kameras und Scheinwerfer sollen das Feld vor Saboteuren schützen. Doch auch die Natur braucht Schutz: Über die Saat wird ein Netz gespannt, um Vögel fern zu halten, und rund um den Gentech-Weizen wird unveränderter Weizen angepflanzt. Dieser soll die Pollen des veränderten Weizen abfangen.

«Wir versuchen zu verstehen, weshalb gewisse Weizensorten resistent und andere anfälliger sind für die Pilzkrankheit Mehltau», erklärt Versuchsleiter Beat Keller im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». «Wir haben Gene isoliert, die für diese Eigenschaften verantwortlich sind. Um herauszufinden, wie die Gene wirken, braucht es Feldversuche.» Eine dauerhafte Resistenz gegen Mehltau ist das Endziel der Forschung.

Kritik an Resistenz und Schutzmassnahmen

Genau diese Resistenz zweifeln die Gegner an. Sie sei eben nicht dauerhaft, sagt Paul Scherer von der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie. «Nach einigen Jahren gibt es Resistenzen gegen die Resistenz», sagt er. Danach müsse man noch mehr Herbizide einsetzen.

Und auch die Schutzmassnahmen kritisieren die Gegner. In den USA wurde bereits verwilderter Gentech-Weizen gefunden - vermutlich aus einem Feldversuch. «Das zeigt, dass man nicht weiss, wie sich der Weizen verbreitet.» Trotz aller Absicherungen wissen auch die Forscher: Ein hundertprozentiger Schutz gibt es nicht.