Wenn Menschen durch die Maschen fallen - 20 Jahre SUBITA

Menschen in Not auf der Strasse ansprechen und ihnen möglichst unkompliziert und unbürokratisch helfen. Bereits seit 20 Jahren bietet die mobile Sozialarbeit in Winterthur diesen Dienst an. Und die Arbeit wird nicht weniger.

 Barbara Heusser, Franz Holderegger, Martin Steinegger in der Winterthurer Altstadt.

Bildlegende: Professionelle Gassenarbeit: Barbara Heusser, Franz Holderegger, Martin Hartmann. SRF

Ob ein kurzes Gespräch, Hilfe bei einem Formular für die Behörden oder eine lange Begleitung: Sozialarbeiterin Barbara Heusser und Sozialarbeiter Martin Hartmann von SUBITA leisten Gassenarbeit im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind unterwegs auf den Strassen in Winterthur, um Menschen zu helfen, welche ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen.

Vor 20 Jahren, nach der Auflösung des Drogentreffpunktes am Zürcher Platzspitz, wurde der Verein Strassensozialarbeit Winterthur gegründet, um das Elend der Drogenabhängigen und Obdachlosen in Winterthur zu lindern. Und auch heute hat die mobile Sozialarbeit noch alle Hände voll zu tun.

Auffangnetze funktionieren nicht mehr

2400 Kontakte hatten Heusser und Hartmann letztes Jahr - 500 mehr als im Jahr zuvor. «Oft sind es Leute, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden - Ausländer, Ausgesteuerte, Alte oder psychisch Kranke», erklärt Vorstandsmitglied Franz Holderegger.

Die sozialen Unterschiede hätten sich in den letzten Jahren verstärkt und die Netzwerke genügten in der heutigen individualisierten Gesellschaft häufig nicht mehr, um diese Menschen aufzufangen.

Bangen um Unterstützung der Stadt

Das Angebot von SUBITA ist für die betroffenen Menschen kostenlos. Finanziert wird der mobile Sozialdienst durch Spenden von privaten Gönnern und der beiden Landeskirchen. Die Stadt Winterthur bezahlt mit 95'000 Franken die Hälfte der Ausgaben. Doch diese Unterstützung der Stadt ist wegen der finanziellen Probleme von Winterthur in Frage gestellt. «Derart billige Sozialarbeit darf man nicht streichen. Das wäre fahrlässig», sagt Franz Holderegger. Denn die niederschwellige Sozialarbeit sei nötiger denn je.

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