Willi Horber: seit 43 Jahren Mieter im Zürcher Nagelhaus

Als der 75Jährige in die Arbeiterhäuser in Zürich-West einzog, hatte es rundherum grüne Wiesen. Heute brettern massenweise Autos und Lastwagen vorbei, überall ragen Hochhäuser in die Höhe. Trotzdem, für Willi Horber ist es der ideale Wohnort, so ideal, dass er bis vor Bundesgericht dafür kämpft.

Die beiden Häuser aus dem 19. Jahrhundert an der Turbinenstrasse 12 und 14 haben es weit gebracht. Man spricht über sie in Amerika, auf Facebook haben sie über 570 Freunde aus aller Welt und nun beschäftigen sich auch noch die Bundesrichter in Lausanne mit ihnen. Denn eigentlich sollten sie schon längst verschwunden sein. Zumindest nach Meinung des Kantons Zürich, der dort eine Zufahrtsstrasse bauen will.

Das Nagelhaus mit Résistance Schriftzug vor dem Hotel Renaissance.

Bildlegende: Résistance: Eine Aktion des Zürcher Künstlers Navid Tschopp. SRF

Der Fall liegt beim Bundesgericht

Ganz anders sieht es Willi Horber. Er wohnt seit über 40 Jahren an der Turbinenstrasse 12 in Zürich-West. Seit seiner Studentenzeit ist das Arbeiterhaus sein Zuhause. Einst weit weg vom Zentrum, heute mitten im Geschehen. Für den Pensionär ist es die ideale Wohnlage, für ihn kommt es überhaupt nicht in Frage, dass diese Häuser abgebrochen werden. Er hat sich deshalb mit dem Kanton angelegt und kämpft nun seit acht Jahren vor Gericht für deren Erhalt. Zuletzt vor Bundesverwaltungsgericht, welches ihm Recht gab. Ein Urteil, das der Kanton Zürich nicht auf sich sitzen liess. Er hat den Fall ans Bundesgericht weitergezogen.