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Zürich Schaffhausen «Winterthur macht alles, was es muss»

Der Kanton Zürich sei sicher, dennoch müsse man wachsam bleiben. So bilanziert der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr die Lage zwei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris. Er stellt sich hinter die Stadt Winterthur, die mit einem möglichen Islamisten-Problem zu kämpfen hat.

Drei neuere Häuser mit bunten Streifen, davor breite Strasse
Legende: An'Nur-Moschee in Winterthur: Zürcher Regierung sieht keine Gefahr für das öffentliche Leben. Keystone

Im Kanton Zürich könne jeder und jede sein oder ihr geordnetes Leben weiterführen, sagt Sicherheitsdirektor Mario Fehr gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Die Sicherheitslage sei gut. Und um dies auch in Zukunft zu garantieren, werde die intensive polizeiliche Überwachung bis auf weiteres aufrechterhalten. Seit den Anschlägen von Paris vor zwei Wochen hätten die Zürcher Polizeibeamten bereits 3000 Stunden Mehreinsatz geleistet.

Wachsam bleiben will Fehr, weil einer der Haupttäter immer noch auf der Flucht sei und man dessen Verbindung in andere Länder nicht kenne. In Zürich gab es seit Paris zudem zwei Fälle von «Trittbrettfahrern»: Zwei Personen drohten mit Anschlägen im Zürcher Hauptbahnhof. Sie konnten verhaftet werden. Der Sonderstab Sicherheit der Zürcher Kantonspolizei bleibt jedenfalls in Aktion. Er wurde bereits nach dem Attentat auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» im Januar dieses Jahres eingesetzt und koordiniert die Terrorprävention von Kantonspolizei und Gemeindepolizeien.

Kritik an Winterthur unberechtigt

Winterthur steht dabei aufgrund des Verdachts auf eine dort ansässige IS-Zelle speziell im Fokus. Die Kritik an den Winterhurer Behörden, sie hielten Informationen zum Thema zurück, sei nicht angebracht, meint Mario Fehr. «Bei der Polizeiarbeit kann man aus taktischen Gründen nicht immer alles sagen. Winterthur macht alles, was es muss.» So hätten an den Schulen bereits zahlreiche präventive Informationsanlässe stattgefunden, und die Stadtpolizei Winterthur sei im kantonalen Sonderstab für Sicherheit vertreten. Er, Mario Fehr, habe sich vor Ort persönlich von den Bemühungen überzeugen können.

Winterthurer Stadtpäsident nimmt erstmals Stellung

Erstmals nahm am Montagabend auch der Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle Stellung zum Jihadismus-Problem seiner Stadt. Man sei auf verschiedenen Ebenen daran, gegen mögliche islamistische Tendenzen vorzugehen.

Sein halbjähriges Schweigen erklärt Künzle damit, dass Winterthur mit Bund und Kanton zusammenarbeite und nicht allein über die Informationspolitik entscheiden könne. Künzle ist aber immer noch überzeugt, dass Winterthur die «sicherste Grossstadt der Schweiz» sei.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Soweit es in verschiedenen Medien zu entnehmen ist, ist auch diese An'Nur-Moschee ein Teil einer europaweiten untereinander verbundenen Moscheen-Kette, die den Salafisten ausgesprochen sehr nahe stehen. - Das spricht für sich selbst.
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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Verlängerte Fasnachtszeit? Nur schon die Schlagzeile „Trotz IS-Zelle kaum Sicherheitsrisiko“ treibt mir die pure Verzweiflung ins Gesicht. Und: Man arbeite in dieser Angelegenheit mit der Stadtpolizei Winterthur zusammen. Deren Kernkompetenz ist aber mutmasslich das Verteilen von Parkbussen an Anwohner… Sa-gen-haft!
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Den Verantwortlichen ist bekannt, dass - laut diesem Bericht - in Winterthur eine IS-Zelle besteht und man handelt nicht. Eine solche Haltung ist gegenüber der Bevölkerung unverantwortlich. Es gibt genug Beispiele von Anschlägen die zeigen, wenn man früher gehandelt hätte, viel Leid und Kosten erspart werden könnten. Sofortige Massnahmen: Die An-nur Moschee schliessen, die Extremisten einsperren oder ausschaffen.
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Sofort schliessen? Geht nicht, wir haben Religionsfreiheit in der Schweiz! Auch kann niemand für seinen Glauben eingesperrt, bzw ausgeschafft werden.
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