Winterthur reduziert den Winterdienst

Die Winterthurerinnen und Winterthurer müssen im kommenden Winter vermehrt mit weissen Strassen und Trottoirs leben. Der Schnee in den Quartieren wird erst im Lauf des Tages geräumt. Die Stadt erhofft sich davon Einsparungen von rund 100'000 Franken.

Ein Mitarbeiter des Strasseninspektorats räumt einen verschneiten Gehweg mit der Schaufel.

Bildlegende: Obacht: Wer frühmorgens mit dem Auto zur Arbeit will, muss mit glatten Strassen rechnen in Winterthur. Keystone

Die Stadt Winterthur hat sich ein strenges Sparprogramm verordnet. Die Folgen dieses Programms «effort 14+» treffen nun auch den Winterdienst.

Anstatt wie bis anhin von 4 Uhr früh bis 23 Uhr, gilt für den Winterdienst neu ein Bereitschaftsdienst von 7 bis 18 Uhr. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei vereisendem Regen oder «erheblichen Schneemengen», beginnen die Räumungsarbeiten wie früher bereits um 4 Uhr. Von den Sparmassnahmen ausgenommen sind Hauptachsen mit Buslinien, Zufahrten zu Spitälern und Bahnhöfen sowie wichtige und gefährliche Quartierstrassen.

Das neue Regime erfordere von allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern erhöhte Vorsicht, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Das ältere und gehbehinderte Menschen damit Probleme haben, ist sich Stadtingenieur Max Reifler bewusst. «Es wird darauf hinauslaufen, dass jemand, der nicht gut zu Fuss ist, zu gewissen Zeiten nicht aus dem Haus kann», sagt Reifler gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Höhere Gesundheitskosten wegen reduziertem Winterdienst?

Max Reifler glaubt nicht, dass der neue Winterdienst zwangsläufig zu mehr Unfällen führen muss, sondern rechnet mit der Sensibilisierung der Leute:

«  Man muss sich überlegen, welche Schuhe man anzieht. Und sich vorsichtiger bewegen. »

Max Reifler
Stadtingenieur Winterthur

Die Idee sei es auf jeden Fall nicht, beim Winterdienst zu sparen, um dann höhere Gesundheitskosten wegen Stürzen und Unfällen zu generieren.

Winterthurer müssen mit tieferem Servicelevel leben lernen

Trotzdem bleibt die Frage, ob die Stadt Winterthur die Gesundheit ihrer Einwohnerinnen und Einwohner aufs Spiel setzt, nur um 100'000 Franken zu sparen. Dies sei nicht der Fall, sagt Finanzvorsteherin Yvonne Beutler: «Wir bringen die Bevölkerung nicht in Gefahr, aber wir können den Servicelevel einfach nicht mehr aufrechterhalten.» Die Stadt müsse 47 Millionen Franken sparen. Dies könne man nicht tun, ohne das die Bevölkerung etwas merke.

Auswirkungen und Folgen der Sparmassnahme würden aber überprüft und auf den übernächsten Winter hin noch einmal diskutiert.