Winterthur: Sparen mit Salamitaktik?

Hier wird eine Dienstleistung gestrichen, dort eine Gebühr erhöht: Fast im Wochentakt verkündet die Stadt Winterthur Sparmassnahmen, sei es bei Bildung, Kultur oder Gesundheitswesen. Anders sei es gar nicht möglich, verteidigen die Politiker das Vorgehen.

Aufgeschnittene Salami

Bildlegende: In Häppchen verabreicht, sind Sparübungen besser verdaulich. Colourbox

Die neusten Winterthurer Sparmassnahmen betreffen zum einen die Grabgebühren, welche ab dem nächsten Jahr zum Teil doppelt so hoch sind wie bis jetzt. Recherchen des «Landboten» zufolge kostet zum Beispiel ein privates Grab neu 7'000 Franken pro Jahr anstatt 3'500 Franken wie bisher. Zum anderen teilte die Stadt am Freitag mit, dass in Zukunft auch Parkplätze bei Schulen und Sportanlagen kostenpflichtig sein sollen.

Keine «Salamitaktik», sondern seit langem bekannte Sparmassnahmen, verteidigt Finanzvorsteherin Yvonne Beutler das Vorgehen. «Sie wurden beim Sanierungsprogramm 14+ im letzten Dezember kommuniziert», stellt Beutler klar. Informiert werde jeweils dann, wenn die Massnahmen konkret umgesetzt würden.

«Es ist klar, wohin die Reise geht»

Daniel Oswald, Fraktionschef der Winterthurer SVP verteidigt das Vorgehen der Stadt ebenfalls: Wieviel Winterthur sparen müsse sei bekannt. 40 Millionen jährlich mit dem neusten Sparpaket «Balance». Das Ziel: ein ausgeglichenes Budget. «Es ist klar, wohin die Reise geht», meint Oswald deshalb.

Bedingt durch die Abstimmung im Gemeinderat, welche weder Lohnsenkungen noch Steuererhöhungen gut geheissen habe, sei die Ausgangslage noch einmal anders, erklärt Oswald. Das heisst, es müsse anderswo noch mehr gespart werden. «Es ist klar, dass nicht alle Sparmassnahmen zum gleichen Zeitpunkt umgesetzt werden.»