Winterthurer EVP nominiert neue Kandidatin für Ersatzwahl

An einer ausserordentlichen Parteiversammlung nominierte die EVP die Gemeinderätin Barbara Huizinga-Kauer. Dies war nötig geworden, weil ihre Präsidentin, Barbara Günthard Fitze, ihre Kandidatur zurückziehen musste. Denn mit Barbara Günthard-Maier sitzt bereits deren Schwägerin im Stadtrat.

Barbara Huizinga-Kauer sitzt seit zwei Jahren für die EVP im Winterthurer Gemeinderat. Die 36-jährige Pflegefachfrau arbeitet in der Klinik Lindberg, ist verheiratet und hat zwei Kinder. In ihrer Mitteilung schreibt die EVP, sie sei überzeugt, dass ihre Kandidatin das nötige Rüstzeug mitbringe für das Amt als Stadträtin.

Ursprünglich hatte die EVP ihre Präsidentin Barbara Günthard Fitze nominiert.Was die Partei übersehen hatte: Mit Barbara Günthard-Maier sitzt bereits ihre Schwägerin im Stadtrat. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtete, ist diese Konstellation jedoch nicht erlaubt: Dem Stadtrat dürfen laut Gesetz keine «Geschwister und ihre Ehegatten» angehören.

«Es tut mir sehr leid»

Barbara Günthard Fitze zog daraufhin die Konsequenzen und zog ihre Kandidatur zurück: «Es tut mir sehr leid, ich hätte gerne kandidiert, aber so geht das natürlich nicht», sagte sie gegenüber dem «Regionaljournal». Der Verzicht schmerze, sagte Günthard Fitze weiter, aber: «Wir müssen uns auch an der eigenen Nase nehmen, dass wir das nicht besser abgeklärt haben.»

Die EVP ist seit 2010 nicht mehr im Winterthurer Stadtrat vertreten. Sie verlor damals bei den Gesamterneuerungswahlen den Sitz von Maja Ingold an die FDP. Maja Ingold trat damals nicht mehr zu den Wahlen an.

Die Ersatzwahl wird notwendig, da der Grüne Matthias Gfeller aus gesundheitlichen Gründen als Stadtrat zurücktritt. Der Vorsteher des Departements Technische Betriebe war zuvor in der sogenannten Wärmering-Affäre schwer unter Beschuss geraten.

Der Nachfolger von Matthias Gfeller (Grüne) wird am 12. Februar 2012 gewählt.