Winterthurer Stadtrat begräbt Vision eines «Theater Plus»

Das Winterthurer Theatergebäude soll nun doch nicht abgerissen, sondern bloss saniert werden. Der Stadtrat verfolgt seine «Vision Theater Plus» nicht weiter, welche den Neubau eines modernen Theaters mit Kongresszentrum und Hotel vorsah.

Eien graue Hausfassade. Am rechten Bildrand eine grüne Wiese mit drei Fahnenmasten.

Bildlegende: Bleibt, was es ist. Das sanierungsbedürftige Gebäude aus den 70er-Jahren wird kein Kongresshaus. Keystone

Die Situation beim Theater Winterthur habe sich entschärft, hält der Stadtrat in einer Medienmitteilung vom Freitag fest. Denn die Sanierung des bestehenden Theatergebäudes dürfte weniger kosten als ursprünglich befürchtet. Nämlich bloss 9 statt der ursprünglich geplanten 40 Millionen Franken.

Damit ist die Idee der «Vision Theater Plus» vom Tisch. Ein Festhalten an dieser Idee lasse sich «weder sach- noch finanzpolitisch rechtfertigen», schreibt der Stadtrat weiter. Dieses Konzept sah vor, statt der Sanierung am selben Standort ein neues Theater mit Kongresshotel und Wohnungen zu errichten.

Theaterverein ist erleichtert

Das Theatergebäude des Architekten Franz Krayenbühl aus dem Jahr 1979 befindet sich jedoch im Inventar der schützenswerten Bauten. Nach ersten Abklärungen kommt der Stadtrat daher zum Schluss: Die Chancen, dass ein Neubau überhaupt möglich wäre, sind gering. Ausserdem habe sich eine «namhafte Gegnerschaft» gegen den Abriss formiert, wie es der Stadtrat formuliert.

Das Projekt liesse sich nur weiter vorantreiben, wenn hohe finanzielle und personelle Ressourcen aufgewendet würden, so der Stadtrat. Dies sei aber mit Rücksicht auf die knappen finanziellen Mittel des Stadthaushaltes nicht angezeigt.

Der Theaterverein Winterthur ist froh, dass die «gut zweijährige Diskusison über einen möglichen Abriss unseres Theaters beendet ist», wie er in einer Mitteilung verlauten lässt.