Winterthurer Stadtrat schliesst Gleichstellungsbüro

Der Stadtrat Winterthur hat beschlossen, die Fachstelle für Chancengleichheit und Gleichstellung aufzulösen. Er reagiert damit auf Diskussionen anlässlich der letzten Budgetdebatte, als über die Notwendigkeit der Fachstelle gestritten worden war. Die SP erwägt rechtliche Schritte.

Fragen der Gleichstellung bleiben, Fachstelle für Gleichstellung in Winterthur wird geschlossen.

Bildlegende: Fragen der Gleichstellung bleiben, Fachstelle für Gleichstellung in Winterthur wird geschlossen. Imago

Stadtpräsident Michael Künzle preist die Schliessung der Fachstelle für Gleichstellung als Fortschritt an. «Das Thema Gleichstellung bleibt wichtig», erklärt er gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Die damit verbundenen Fragen würden nun in den Bereich Personalentwicklung verlagert. «Dort ist das Thema auf mehr Schultern verteilt», sagt Künzle weiter. Damit werde die Bedeutung dieser Fragen gestärkt. Insbesondere sollen Frauen in Führungsebenen noch besser vertreten sein.

Die «Sparerei», wie Künzle sagt, habe zwar auch mitgespielt, sei jedoch nicht entscheidend gewesen. Weil die beiden bisherigen Angestellten der Fachstelle wohl weiter beschäftigt werden, beläuft sich die Einsparung auf lediglich 25'000 Franken pro Jahr.

«Gleichstellung noch nicht erreicht»

Kritik kommt von der SP. Mattea Meyer, Co-Präsidentin der SP Winterthur, spricht von einem «stossenden» Entscheid. Die Gleichstellung sei auch in Winterthur noch nicht erreicht. Frauen erhielten immer noch weniger Lohn und auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gäbe es noch Defizite. Die SP erwäge deshalb, den Entscheid des Stadtrates mit rechtlichen oder anderen Mitteln zu bekämpfen, kündigte Meyer an.