Winterthurs Museum Oskar Reinhart bangt um seine Zukunft

Die Sammlung Oskar Reinhart in Winterthur schlägt Alarm: Der Geldtopf sei Mitte 2016 leer. Damit der Museumsbetrieb wie heute weitergeführt werden könne, wären jährlich 350'000 Franken nötig. Aber die Kassen der Stadt sind leer.

Eine Besucherin betrachtet ein Gemälde der Sammlung Oskar Reinhart in Winterthur.

Bildlegende: Das Museum lebt von dem Erbe des Kunstsammler Oskar Reinhart, der einer Winterthurer Handelsdynastie entstammt. Keystone

Marc Fehlmann ist erst seit 18 Monaten Direktor des Museums Oskar Reinhart in Winterthur. Nun schlägt er gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» Alarm: «Unserem Museum geht es schon lange nicht gut. Wir kommunizieren das bloss erst jetzt öffentlich.» Das Privatvermögen des Stifters sei Mitte 2016 aufgebraucht. Fehlmann muss sich deshalb nun Gedanken machen, wie er den Museumsbetrieb am Stadtgarten retten will. Dafür braucht er jährlich 350'000 Franken.

Zunächst will der Museumsdirektor das Gespräch mit der öffentlichen Hand, das sind die Stadt Winterthur, der Kanton Zürich und der Bund, suchen. Diese müssen aber schon selber sparen. Ein Zustupf für das renommierte Museum sei deshalb ungewiss, schätzt Marc Fehlmann die Erfolgschancen ein. Deshalb zieht der Direktor, zusammen mit dem Stiftungsrat, auch andere Möglichkeiten in Betracht.

Wird die Sammlung Winterthur verlassen?

Dazu gehört die Option, die Bilder der Sammlung an andere Häuser auszuleihen. Aber auch ein Wegzug aus Winterthur ist kein Tabu mehr: «Wenn die Stadt nicht mehr in der Lage ist, ihre Verpflichtungen für das Museum wahrzunehmen, darf die Stiftung auch einen anderen Standort suchen.» Das wäre mit der Stiftungsurkunde vereinbar, so Fehlmann. Der Direktor gibt sich ein Jahr Zeit, um eine Lösung zu finden.