«Wir sind optimistischer als auch schon»

Im Rahmen der Bundesfeier des Schweizerischen Generalkonsulats in Stuttgart hat sich eine Schaffhauser Regierungsdelegation mit dem Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, getroffen. Die Realisierung von gemeinsamen Bahn- und Energieprojekten scheint näher gerückt.

v.l.n.r.: Regierungsrat Ernst Landolt, Regierungspräsident Christian Amsler, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Regierungsrat Dr. Reto Dubach.

Bildlegende: Aufgeräumte Stimmung am Gespräch zwischen der Schaffhauser Regierung und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (3.v.r.) zvg

Sei es die Fluglärm-Debatte, der Steuerstreit oder die Abstimmung über die SVP-Einwanderungsinitiative: Es gibt viele Gründe, weshalb es mit der Stimmung zwischen der Schweiz und Deutschland nicht zum Besten steht. Der Kanton Schaffhausen sieht sich deshalb in einer wichtigen Vermittlerrolle.

Winfried Kretschmar bestätigt dies: «Mit dem Kanton Schaffhausen verbindet Baden-Württemberg eine langjährige, enge und sehr gute Zusammenarbeit, von der die Menschen in der Grenzregion profitieren.» Die Stimmung bei den Gesprächen sei denn auch sehr locker und konstruktiv gewesen, erzählt Regierungspräsident Christian Amsler (FDP).

Ein Schritt weiter in Sachen Hochrhein-Bahnstrecke

Der Schaffhauser Regierungsdelegation ging es beim Treffen einerseits um einen generellen Gedankenaustausch zur Zusammenarbeit zwischen Schaffhausen und Baden-Württemberg, andererseits drehte sich das Gespräch vor allem um ein grenzüberschreitendes Bahnprojekt, das beiden Parteien am Herzen liegt: Die Hochrhein-Bahnstrecke zwischen Basel und Konstanz

Winfried Kretschmann verspricht persönlichen Einsatz

Dazu stehen Forderungen auf Schaffhauser Seite im Raum wie besseres Rollmaterial oder die Anerkennung des GA. «Winfried Kretschmann machte uns Mut, dass er sich persönlich für das Projekt einsetzen werde,» sagt Christian Amsler gegenüber dem «Regionaljournal». «Wir sind deshalb optimistischer als auch schon, dass wir einen Schritt weiter sind.»

Noch hätten die Deutschen ihre «Hausaufgaben» zu machen, sagt Amsler weiter. So hätten sie zum Beispiel die Elektrifizierung ihres Teils der Bahnstrecke noch nicht abgeschlossen. Einen genauen Zeitplan habe man nicht festgesetzt, aber: «Wir haben zeitnah gefordert, und das ist uns auch in Aussicht gestellt worden.»

In Sachen Energiewende möchten Schaffhausen und Baden-Württemberg ebenfalls am gleichen Strang ziehen. «Winfried Kretschmann hat einen Kongress angeregt, der länderübergreifend den Atomausstieg thematisiert», sagt Amsler. Er ist optimistisch, dass sich in Zukunft weitere Gemeinsamkeiten im Energiebereich ergeben werden.