«Wir wollen ein Opernhaus für alle – von Kindern bis Seniorinnen»

Es gab einige Zweifler, vor drei Jahren, als Andreas Homoki die Intendanz des Zürcher Opernhauses übernahm. Denn die Fussstapfen seines Vorgängers Alexander Pereira waren gross. Doch Homoki hat seine Linie gefunden: Ein offeneres Opernhaus, mit weniger Stars, das die Finanzen im Griff hat.

Es ist nicht immer einfach, Andreas Homokis Idee von einem offenen Opernhaus allen schmackhaft zu machen. «Vor kurzem erhielt ich einen Brief einer älteren Dame, die sich über laute Jugendliche beschwerte», erzählt der Opernhaus-Intendant als «Regionaljournal Wochengast». Der Chef persönlich erkundigte sich beim Verkaufspersonal. Die Jugendlichen seien lebhaft gewesen, während der Vorstellung aber mucksmäuschenstill «Da schrieb ich der Dame mein Bedauern, aber ich freue mich über jugendliche Besucher.»

Diese Episode ist typisch für den frischen Wind, den Andreas Homoki ins Zürcher Opernhaus brachte. Er will den Kindern die «Schwellenangst vor dem Opernhaus» nehmen, wie er es nennt. Und das Klischee vom Elfenbeinturm bekämpfen. Doch Andreas Homoki hat das Opernhaus in den letzten Jahren nicht nur geöffnet, er hat auch den Betrieb umgestellt. Weniger Premieren, diese dafür sorgfältiger vorbereiten, ist seine Devise. «Das war auch ein Wunsch der Belegschaft», sagt Andreas Homoki.

«  Wenn alle sparen müssen – dann muss das Opernhaus mitmachen. »

Andreas Homoki
Intendant des Zürcher Opernhauses

Dank dieser Umstellung reicht auch das Geld. Vor gut drei Jahren, als Alexander Pereira das Opernhaus verliess, kam die Befürchtung auf, die Sponsorengelder würden zurück gehen und das Opernhaus käme in Finanznöte. Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Und auch jetzt, da das Opernhaus wegen des Sparkurses der Regierung mit rund 3 Millionen Franken weniger auskommen muss, will Andreas Homoki nicht jammern.

«Ich kann mich nicht hinstellen und sagen, es ist mir egal, dass das Krankenhaus sparen muss, Hauptsache ich muss nicht sparen. Das geht nicht!», sagt Andreas Homoki. Er ist überzeugt, dass das Opernhaus den Betrag einsparen kann, ohne dass das Publikum etwas merkt.

Ein Musical im Opernhaus

Für die Zukunft plant Andreas Homoki sogar ein Musical im Opernhaus. «Es ist wichtig, dass wir den Umgang mit elektronischer Verstärkung lernen.» Und angesprochen auf seine persönliche Zukunft schwärmt Homoki von Zürich: «Weshalb sollte man hier weg wollen?»

(fren; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr; Bild: Opernhaus/T+T Fotografie)