Zimmer statt Zellen: Massnahmestation in der Rheinau renoviert

Eines der alten Gebäude der Klinik für Forensische Psychiatrie in Rheinau ist frisch renoviert. In die Massnahmestation mit 52 Zimmern ziehen Straftäter, deren Delikte auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen ist und für die das Gericht eine stationäre Massnahme angeordnet hat.

Platz für 52 psychisch kranke Gewalttäter: Die Klinik Rheinau wurde nach einem grossen Umbau wiedereröffnet.

Bildlegende: Platz für 52 psychisch kranke Gewalttäter: Die Klinik Rheinau wurde nach einem grossen Umbau wiedereröffnet. Keystone

Die baulichen Veränderungen im ehemaligen «Pavillon für Unruhige» sollen sich positiv auf die Entwicklung der Straftäter auswirken. «Wir mussten eine Gratwanderung hinkriegen zwischen Sicherheit für die Mitarbeiter und die Bevölkerung einerseits und einer menschenwürdigen Unterbringung der Patienten andererseits», sagt Rheinau-Chefarzt Steffen Lau. So gibt es vor den Fenstern der Patientenzimmer keine Gitterstäbe, sondern nur Panzerglas.

Bald weitere Plätze für Fälle wie «Carlos»

Zu den umgebauten 52 Plätzen sollen in Zukunft noch 35 weitere dazu kommen. Einige dieser Plätze sind auch für jugendliche Straftäter wie etwa den kürzlich in die Schlagzeilen geratenen «Carlos» vorgesehen. «Für Jugendliche fehlen solche Plätze zurzeit», sagt Thomas Manhart vom Amt für Strafvollzug des Kantons Zürich, «hier sollen sie nun entstehen.» Der Zeitpunkt ist noch unklar. Bisher kostete der Umbau der Rheinau gut 20 Millionen Franken.

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