ZKB droht eine Busse von bis zu 600 Millionen Franken

Im Steuerstreit mit den USA wartet die Zürcher Kantonalbank nach wie vor auf den Verhandlungsstart. Klar ist: Um eine Busse kommt die Bank nicht herum. Unklar ist, wie hoch diese ausfallen wird. Eine Zwischenbilanz.

Im Steuerstreit mit den USA haben bis anhin 72 Schweizer Banken einen Deal mit den amerikanischen Behörden erreicht. Die Banken müssen eine Busse von insgesamt 4,6 Milliarden Dollar bezahlen. Rund 20 bis 30 Banken sind nach wie vor mit den USA am Verhandeln. Eine davon ist die Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Drei Fragen an SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch:

Weshalb muss die Zürcher Kantonalbank so lange auf einen Entscheid der USA warten?

Die Banken werden in zwei Kategorien eingeteilt. In der ersten Kategorie sind die grösseren und komplexeren Fälle, wie die ZKB. Diese werden erst in einem zweiten Schritt behandelt. Zuerst haben sich die amerikanischen Behörden um die Banken der Kategorie Zwei gekümmert. Dies sind all jene Banken, die mehr oder weniger freiwillig ihre Geschäfte den Amerikanern offen gelegt haben.

Die ZKB muss sich also noch in Geduld üben. Wie hoch dürfte die Busse ausfallen?

Die ZKB muss mit einer Busse zwischen 200 und 600 Millionen Franken rechnen. Die ZKB belastet vor allem, dass sie relativ lange unversteuerte Gelder angenommen hat. Vor allem auch von externen Kundenberatern. Da war die Bank zu wenig vorsichtig.

Weshalb diese grosse Spannbreite von 200 bis 600 Millionen Franken Busse?

Es ist nicht klar, was genau sich die ZKB im Detail erlaubt hat. Dazu werden zurzeit tausende von Mails und Kundendossiers untersucht. Zudem sind die amerikanischen Behörden unberechenbar. Diese Woche zum Beispiel hat eine Bank eine Busse von 100 Millionen Franken erhalten, eine andere muss jedoch nur 30 Millionen Franken bezahlen. Dies obwohl beide Banken beinahe gleich viel Gelder aus den USA verwaltet haben.

(renm;meys; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)